Vierzehntes Kapitel.
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logen 4) bezeugen, welche behaupten, das Sehen und das Hören seischmerzhaft, nur daß wir daran gewöhnt sind, wie sie sagen.
6. Gleicherweise ist der Mensch in der Jugend, wegen des (un-ruhigen) Wachsthums, in einer Disposition, wie die der Zecherund ist die Jugend selbst ein Genuß. Die melancholischen Naturenandererseits haben beständig das Bedürfniß eines Heilmittels, dennihr Körper empfindet seiner Mischung wegen ein fortwährendesNagen, und befindet sich immer im Zustande eines heftigen Begeh-rens. Nun aber ist es die Lust, welche den Schmerz vertreibt, sowohldie dem speziellen Schmerze entgegengesetzte, als überhaupt jedebeliebige, wenn sie nur stark ist, und darum werden solche Menschenunmäßig und schlecht.
7. Die Lustgenüsse dagegen, welche keine Schmerzempfindungenzur Voraussetzung haben, sind auch keines Uebermaßes fähig. Diessind die Genüsse, deren Gegenstand das von Natur Angenehme, nichtdas nur relativ und zufällig Angenehme ist. Ich nenne zufälligangenehm alles das, was nur als Heilmittel dient; weil nämlichder Leidende, indem der gesundbleibende Theil seines Körpers irgendeine Thätigkeit übt, dadurch per ucciäens zur Heilung gelangt,deswegen erscheint es als angenehm6). — 8.Natürlich-angenehmdagegen nenne ich alle die Dinge, welche handelnde Thätigkeit einersolchen?) Natur Hervorbringen. Allein es gibt kein einziges An-genehme, was immer und überall für uns ein solches wäre, weilunsere Natur nicht einfach ist, sondern in ihr auch noch etwas „An-deres" enthalten ist, was den Grund der Zerstörbarkeit unseres
4) HippokrateS, im zweiten Buche von der Diät, und Aristoteles selbst,im zweiten Buche von der Seele. — GiphnniuS.
Deren Durst sich durch den Weingenuß nur immer steigert. Bergt.Arist. Problem. XXX, Knp. I.
6z Ein tiefer Blick in da« Wese» der Medizin, wie er von Aristoteles,der, als Solm eines berühmten Arztes, selbst lange ärztliche Praxis trieb.<Man sehe die Anmerk, zu III, Kap. 4, §. 4. u. O. Bernay'S Schrift überAristotel. Poetik S. ISZ) zu erwarten war. Bgl. X, Kap. 3, §8; X,Kap. S, §. IK.
D. einer gesunden, erfüllten Natur.
2- Das Platonische