Zweite« Kapitel-
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betrachtend erkennen, was anders sein kann. Denn wenn gewisseDinge der Art nach von einander verschieden find, so muß auch vonden Theilen der Seele der Natur der Sache gemäß ein der Art nachverschiedener sich mit jeder von beiden Arten der Dinge beschäftigen,wenn anders zwischen der Erkenntnißkraft und zwischen dem Objekteder Erkcnntniß eine Entsprechung und Verwandtschaft besteht.
6. Nennen wir nun von diesen beiden den einen Theil denwissenschaftlichen, den andern den reflektirend überlegen-den^). Berathen nämlich und reflektirend überlegen find ein unddasselbe, kein Mensch aber „beräth" über Dinge, die nicht anderssein können 6). Die reflektirendüberlegende Fähigkeit ist also einTheil des Vernunft habenden Theiles der Seele. Suchen wir jetztauszumachen, welche Beschaffenheit eines jeden dieser beiden Ver-mögen ?) die beste ist, denn diese ist zugleich die Tugend eines jedendieser beiden; die Tugend aber zeigt und bewährt sich in der ihreigenthümlichen Leistung.
Zweites Kapitel.
Der Momente in der Seele, von welchen Handlung und Wahr-heit abhangen, find drei: Empfindung (Wahrnehmung), Denkkraftund Trieb').
2. Von diesen ist die Empfindung kein Prinzip irgend einerHandlung. ES erhellt dies daraus, daß die Thiere zwar Empfin-dung haben, aber Handlung ihnen nicht zukommt. Was bei derDenkkraft Bejahung und Verneinung, das ist bei dem Triebe Trach-ten und Meiden. Folglich, La die ethische Tugend eine Fertigkeitist, die mir Vorsatz die rechte Mitte trifft, und da der Vorsatz einmit Ueberlegung verbundener Trieb ist, so muß ebendcßhalb di«
s> S. Biese u, S. 2Z6 und I. S. 3«8.
Die nur nuf eine Art. nämlich so, wie sie sind, möglich sind.
7) Wörtlich: eine« jeden dieser beiden Vernunft habenden Thcile des ver-nunftbegabten Theil« der Seele.
>) Biese II, S- LgL.