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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
Entstehung
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Keckstes Huck.

Erstes Kapitel.

Wir haben oben') gesagt: man muffe immer das Mittlere undnicht das Zuviel oder das Zuwenig erwählen; nun heißt aber dasMittlere so viel als: wie es der richtige Begriff vorschreibt; hierüberalso wollen wir jetzt das Nähere auseinandersetzen. Bei sämmtlichenbisher besprochenen tugendhaften Fertigkeiten nämlich, gleichwiebei allen andern, gibt es ein bestimmtes Ziel, welches der, der denBegriff hat, bei seinem Anspannen und Nachlassen im Auge hat,und es gibt eine gewisse Greuzbestimmung der Mittelmaße, welchenach unserer Ansicht zwischen dem Zuviel und dem Zuwenig in derMitte liegen und die der Ausdruck des richtigen Begriffes sind.

Vgl. Il, Kap. e, §. 15.

2> Der richtige Begriff <o opAog kommt von der erkennenden

Tugend , d. l>. von der praktischen Vernunft, und bestimmt die

tugendhaften Handlungen und ihr richtiges Maß. S. Nieländer a. a. O-S. 10 ff., der den Borwurf, daß Aristoteles sich in der Bestimmung des Ver-hältnisses, in welchem dieEinsicht" diepraktische Vernunft" zur ethischenTugend in einem Cirkcl bewege, sehr gut zurückweiset. Aristoteles will nursagen: daß zwischen beiden eine lebendige Wechselwirkung stattfindet, und daßder Ursprung beider derselbe ist.Wer sich sittlich vervollkommnet, schreitetin gleichem Maße in der praktischen Einsicht fort, und umgekehrt. Beide,indem sie sich gegenseitig bedingen, vollenden sich auch gegenseitig, sie arbeitenHand in Hand, einem höheren Zwecke dienstbar. Auch die richtige WillenS-bestimmung (7lf>o«e'(>k<rM seht sowohl praktische Weisheit, als ethische Tugendvoraus, und die (Fertigkeit, tugendhafte Beschaffenheit, das tugendhafte