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Aristoteles, Nikomachische Ethik.
da ja auch der Richter ein solches ist. — 8. Der Richter aber stelltdie Gleichheit wieder her und nimmt also, wie bei einer in zweiungleiche Teile geteilten Linie, dem, der das größere Stück derHälfte hat, dieses Stück, was er über die Hälfte hat, weg und setztes dem kleineren Stücke zu. Wenn aber das Ganze in zwei Teilegeteilt ist und jeder erhält das Gleiche, dann heißt es: jeder hatdas Seine. — 9. Das Gleiche aber ist ein Mittleres zwischen dergrößeren und kleineren Hälfte nach der arithmetischen Proportion.Darum heißt es auch Dikai'on (gerecht), weil es Di'cha (zwei-teilig) ist, und man könnte es auch Dichai'on aussprechen undstattDikaste's (Richter) Dichaste's(Zweiteiler)sagen. — 10. Wennnämlich zwei Dinge gleich sind und man nimmt von dem einen et-was hinweg und setzt es dem andern zu, so übertrifft nun diesesletztere jenes erstere um zwei solche Teile. Wäre nämlich von demeinen bloß weggenommen und zu dem andern nicht zugesetzt wor-den, so würde das letztere bloß um einen Teil größer sein. Zmersten Falle übertrifft nun das, welchem der weggenommene Teilzugesetzt war, das Mittlere um einen, und das Mittlere selbstübertrifft das Ding, von welchem ein Teil abgenommen war, wie-der um einen solchen Teil.
11. Hieraus also werden wir erkennen, was wir von demZuvielhabenden abnehmen, und was wir dem Zuwenighabendenzusetzen müssen: nämlich den Teil, um welchen der Zuvielhabendemehr hat, als die Mitte, den müssen wir dem Zuwenighabendenzusetzen, und das Umwieviel der eine von dem andern übertroffenwird, das müssen wir von dem Größten wegnehmen.
12. Nehmen wir drei einander gleiche Linien L—L,
0 - 0 :
L
L-!-L
8-j-3
L-j-6-0
2
Man nehme von der Linie das Stück L weg und fügezu der Linie 0—0 das Stück 0—D, so übertrifft die gesamte