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1 (1891) Nikomachische Ethik (2. Aufl.), Eudemische Ethik
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Aristoteles, Nikomachische Ethik.

10. Allein der Ungerechte wird nicht immer und in allenFällen den größeren Teil erwählen ^sondern aus demselben Grunde,aus welchem er von den Gütern ein Mehr haben will, wird er auchzuweilen das Geringere wählen, nämlich wenn es sich um Dinge !handelt, die, schlechtweg betrachtet, Übel sind. Allein weil dasgeringere Übel gleichfalls gewissermaßen als ein Gut gilt und dasVorteil- und Mehrhabenwollen sich eben auf das Gute bezieht, soist und bleibt er darum doch ein Übervorteiler (Vorteilsucher).l l. Er ist aber immer ein Unbilliger^, denn dies schließt dasMehr und Weniger ein und ist das allgemeinere, und ein Ungesetz-K»v. licher? 12. Da nun, wie wir sahen, der Ungesetzliche als einBekr. Ungerechter und der Gesetzliche als ein Gerechter gilt, so ergibtsich damit, daß alles, was gesetzlich ist, in gewissem Sinne gerechtist. Denn einerseits ist alles vom Gesetzgeber Bestimmtegesetzlich",und andererseits geben wir jeder einzelnen solchen Bestimmungdas Prädikat gerecht. 13. Die Gesetze aber gehen auf alle mög-lichen Verhältnisse ein, und ihre Absicht ist, entweder das gemeineBeste aller Staatsangehörigen oder das der ersten oder der herr-schenden Klassen, es mag übrigens dieser Unterschied des Vorrangsoder der Herrschaft nach persönlicher Tüchtigkeit oder nach einemandern derartigen Bestimmungsgrunde vorgenommen werden?Somit bezeichnen wir nach einer Seite der Bedeutung des Wortsmitgerecht" alles das, was in der staatsbürgerlichen Ge-meinschaft die Glückseligkeit und alles, was zu ihr gehört, her-vorbringt und aufrecht erhält.

das Beten um spezielle Dinge, weil sie nicht wissen könnten, ob dieselbenihnen frommen würden (Di»'genes Lae'rtius VIII, 9). Bekannt ist dasin Platons zweitem Alkibi'ades (S. 143 a) angeführte Dichtergebet:

Gib uns, o Zeus, das Gute, ob wir's, ob nicht es erflehen,

Aber das Schlechte, auch wenn wir'S erstehn, halt' gnädig uns ferne!

6. D. h. nicht immer ein nXevvixep;, d. h. einer, der mehr habenwill, als andere, sein, ein Vorteilsucher.

7. S. oben Anmerkung 4.

8. Zn einigen Texten folgt hier noch ein schon von Mure't als un-echt erkannter, erklärender Zusatz.

9. Man vgl. Aristoteles, Politik IV, Kap. 6, § 4.