Drittes Buch. Sechstes Kapitel.
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schen Gattungsbegriff anlangt, daß sie Mittelmaße und daß sieFertigkeiten^ sind; ferner die Quellen, aus denen sie entstehen, unddaß sie an und für sich wiederum die Bethätiger dieser sie erzeu-genden Einflüsse sind; ferner, daß sie in unserer Gewalt und frei-willige sind; und endlich, daß sie sich nach dem Gebote der gesundenVernunft richten. — 22. Aber der Grad der Freiwilligkeit ist nichtein gleicher für die Handlungen und für die Fertigkeiten; dennüber unsere Handlungen sind wir von Anfang bis zum Ende Herr,weil wir immer über das einzelne ein Bewußtsein haben; vonunseren Fertigkeiten dagegen sind wir nur anfangs Herr, währendsich der Fortschritt im einzelnen unserer Wahrnehmung entzieht,geradeso wie bei unseren Krankheiten*; allein, weil es in unsererGewalt stand, so oder anders uns derselben ^ zu bedienen, darumsind sie freiwillige.
Sechstes Kapitel.
1. Jetzt wollen wir die Tugenden einzeln vornehmen und von Kap.jeder sagen, was sie ist, mit welcher Art Dingen sie zu thun hatund wie sie ausgeübt werden muß, woraus sich auch ergeben wird,wie viele Tugenden es gibt. Und zwar wollen wir zuerst über
die Tapferkeit handeln.
2. Daß sie ein Mittleres ist im Gebiete der Äußerungen derFurcht und der Zuversicht in Gefahren, das ist bereits gleichfallsim vorigen gesagt worden*; fürchten aber thun wir natürlich dasFürchterliche, alles Fürchterliche aber ist, allgemein gesprochen, einÜbel, daher man denn auch die Furcht als Erwartung eines Übelsdefiniert. ^ — Z. Unser Fürchten hat es also mit allem zu thun.
3. Oder „Beschaffenheiten"
4. Hier haben wir in dem Philosophen wieder den tiefblickenden Me-diziner.
5. D. h. unserer Fertigkeiten.
1. Vgl. oben ll, Kap. 7, §§ 2 ff.
2. So Platon im „Protagoras" und im „La'ches". Vgl. Aristo-teles, Rhetorik, ll, Kap. ö.