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Aristoteles, Nikoniachische Ethik.
jener bewirken dürfte, — da tritt ein Zweifel ein, ob solche Hand-lungen freiwillige find oder unfreiwillige. — 5. Eine ähnlicheBewandtnis hat es auch mit dem Überbordwerfen von Effekten beiSeestürmen; denn im allgemeinen wirft kein Mensch freiwilligseine Habe fort, aber zu seiner eigenen und aller anderen Lebens-rettung thut es jeder vernünftige Mensch.
6. Solche Handlungen sind also gemischter Natur, dochgleichensie mehr freiwilligen. Denn sie sind in dem Augenblicke, wo sievollzogen werden, solche, die man wählen muß, nur daß der Zweckder Handlung durch die Situation bestimmt wurde. Man kannalso in dem Augenblicke des Handelns ebensowohl von Freiwillig-keit als von Unfreiwilligkeit solcher Handlungen reden. Der Han-delnde aber handelt jedenfalls freiwillig; denn das Prinzip, welchesbei solcher Art von Handlungen die organischen Glieder der Han-delnden in Bewegung setzt, ist in ihm selbst, und wo dies der Fallist, da steht auch das Thun oder Nichtthun bei dem Subjekte.Folglich sind solche Handlungen freiwillige, allgemein dagegenund ohne Rücksicht auf die Umstände betrachtet, sind sie vielleichtunfreiwillige; denn an und für sich würde kein Mensch sich zu soetwas entschließen.
7. Solche Handlungen sind ferner zuweilen sogar Gegenstanddes Lobes, wenn die betreffenden Personen etwas Schimpflichesoder Schmerzliches auf sich nehmen, um etwas Großes und Schöneszu erreichen. Thun sie aber das Gegenteils so trifft sie Tadel;denn nur ein Elender erduldet höchste Schmach ohne einen großenund schönen oder doch löblichen Zweck. — Bei manchen solchergemischten Handlungen findet zwar kein Lob statt, aber doch Ver-zeihung, nämlich in Fällen, wo einer pflichtwidrige Dinge thut,aus Beweggründen, deren Macht die Kraft der menschlichen Naturübersteigt und deren Gewichte in ähnlichem Falle kein Mensch zuwiderstehen fähig sein dürfte.
8. Manche Dinge gibt es freilich, zu denen man sich vielleichtnicht zwingen lassen darf, sondern lieber das äußerste leiden und
2. Das heißt: hat ihr Ertragen keinen großen und schönen Zweck.