die Luft strömt nemlich iu eine Menge von Kanülen und Röhren,welche in der Lunge sind, und neben diesen laufen überall Adernhin, so das; die ganze Lunge mit Blut durchdrungen ist. Mannennt nun das Einströmen der Luft Einathmen, das AusströmenAusathmen. Und dicß geht fort ohne Unterbrechung, solangdieses Organ lebt und sich fortwährend bewegen kann. Unddeßhalb beruht auf dem Einathmen nnd Ansnthmen das Leben.Auf dieselbe Weise vollzieht sich bei den Fischen die Bewegungdurch die Kiemen. Wenn nemlich die im Blut befindliche Warmesich in den Organen hebt, so heben sich auch die Kiemen undlassen das Wasser hindurch; wenn aber die Wärme sich senktzum Herzen hin durch die Kanäle hindurch nnd so sich abkühlt,so senken sich auch die Kiemen und lassen das Wasser hinaus.Immerfort hebt sich die Wärme im Herzen, immer wird sie wie-der abgekühlt und neue Wärme strömt ein. Deßhalb beruht auchdas Leben oder Nichtlebcn auf dem Athmen, resst, bei den Fischenauf dem Aufnehmen des Wassers.
Somit haben wir die Fragen nach Leben, Tod und wasdamit zusammenhüngt, erledigt. Was aber Gesundheit und Krank-heit betrifft, so hat nicht bloß der Arzt, sondern bis zu einemgewissen Grad auch der Naturforscher sich mit den Ursachen der-selben zu beschäftigen. In wiefern sic verschieden sind und alsverschieden betrachtet werden, muß man wissen; denn daß dieWissenschaften des Arztes und des Naturforschers bis zu einemgewissen Grad verwandt sind, zeigt die Erfahrung: die klugen,tiefer eindringenden Aerzte suchen, wenn sie von der Natur spre-chen, auch die Principicn aus der Naturforschung zu entlehnen,und die tüchtigsten Naturforscher kommen gewöhnlich am Schlußauf die Principien der Heilkunde zu sprechen.