Druckschrift 
6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
105
Einzelbild herunterladen
 

105

nemlich, welche entweder überhaupt keine Lunge, oder welche eineblutlose Lunge haben, bedürfen nicht so oft der Abkühlung.

Zehntes Kapitel.

Die Thiere, welche Blut hoben.

Wir haben nun von den blutlosen Thieren gesagt, daß dieeinen durch die umgebende Luft, die andern durch die Feuchtig-keit am Leben erhalten werden; was aber diejenigen betrifft,welche Blut und ein Herz haben, so nehmen alle die, welche eineLunge haben, die Lust in sich auf jund bewirken die Abkühlungvermittelst des Einathmens und Ausathmens. ^Lungen aber habendie, welche lebendige Junge gebären, und zwar im Mutterleibund nicht bloß außen, (denn die Rochen gebären zwar lebendigeJungen, aber nicht im Leib selbst), ferner von den Eierlegendendie beflügelten, wie die Vögel, und die mit Schuppen, wie dieSchildkröten, die Eidechsen und die Schlangen. Bei jenen nunenthält die Lunge Blut, bei den letzteren aber ist sie meistensporös. Daher athmen sie auch nicht so oft, wie dieß schon obenbemerkt worden ist. Uebrigens athmen alle diese, auch die, welcheim Wasser leben und ihren Unterhalt suchen, wie die Wasser-schlangen, die Frösche, die Krokodile, die Wasserschildkröten, dieSchildkröten im Meer und die auf dem Land, sowie auch dieSeekülber; diese alle und derartige Thiere gebären im Trockenenund schlafen entweder im Trockenen, oder wenn sie im Wasserschlafen, so halten sie das Maul über die Oberfläche, um zu ath-men. Die aber, welche Kiemen haben, werden alle dadurch ab-gekühlt, daß sie das Wasser in sich ausnehmen; Kiemen aber hatdie Gattung der sogenannten Rochen und die andern, welche keineFüße haben. Das letztere ist der Fall bei allen Fischen, undselbst bei denen, welche solche haben, sind sic nur so wie kleineFlügel. Von den Thieren, welche Füße haben, finden sich dieKiemen nur bei einer der bis jetzt beobachteten Gattungen, nem-lich bei den Wassereidechsen. Daß aber ein Thier Kiemen undLunge zugleich hätte, hat man noch nie gefunden. Der Grundist der, daß die Lunge da ist um der Abkühlung durch die Luft