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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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VIII.

Aebrr dss Athmen.

Erstes Kapitel.

Ob alle Thiere athmen?

Ueber das Athmen haben nur wenige der früheren Natur-philosophen sich erklärt; warum das Athmen aber den Thierenzukommt, darüber haben sich die Einen gar nicht ausgesprochen.Andere haben zwar darüber etwas bemerkt, aber in unrichtigerWeise und ohne die gehörige Kenntniß der Thatsachen. Ueberdießsagen sie, alle Thiere athmen, was ganz falsch ist. Wir müssendaher diese Frage genauer untersuchen, um nicht den Schein aufuns zu laden, als bringen wir unbegründete Anklagen vor gegenAbwesende. Soviel ist klar, daß alle diejenigen Thiere ath-men, welche eine Lunge haben. Aber auch von diesen brauchendiejenigen das Athmen weniger, bei welchen die Lunge blutlosund porös ist; deßhalb können sie auch geraume Zeit im Wasserbleiben, ohne daß die körperliche Kraft vermindert wird. Porösaber ist die Lunge bei allen Thieren, welche Eier legen, wie z. B.bei den Fröschen. Ferner können die Wasser- wie die Land-Schildkröten lange im Feuchten bleiben; ihre Lunge hat nemlichwenig Wärme, weil sie wenig Blut enthält; wird sie nun auf-geblasen, so bringt sie selbst durch die Bewegung eine Abkühlunghervor und macht so einen langen Aufenthalt im Wasser möglich.Wenn man jedoch diese Thiere mit Gewalt allzulang im Wasserfesthält, so ersticken sie alle, denn keines von ihnen nimmt dasWasser so in sich auf, wie die Fische. Diejenigen Thiere aber,deren Lunge Blut enthält, bedürfen alle das Athmen mehr wegen