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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
Seite
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wir also uns wieder erinnern, so vollziehen wir eine der früherenBewegungen und setzen dich so lang fort, bis wir zu der Be-wegung gelangen, nach welcher die gesuchte Bewegung zu folgenpflegt. Deßhalb halten wir uns hier streng an die Reihenfolge,indem wir unser Denken anknüpfen an das Jetzt oder dergleichen,an das Aehnliche, Entgegengesetzte oder Verwandte. Aus diesemWeg kommt die Wiedererinnerung zu stand; denn die Bewegun-gen der oben genannten Momente sind bald dieselben, bald sindsie zugleich, bald enthalten sie nur einen Theil, so daß noch einkleiner Rest bleibt, dessen Bewegung noch nachfolgt. Auf dieseWeise also sucht man, man kann sich aber auch wieder erinnern,ohne zu suchen, wenn die gesuchte Bewegung zufällig an eineandere Bewegung sich anschließt; in der Regel aber findet mandie gesuchte Bewegung dadurch, daß solche andere Bewegungen,wie wir sie eben angegeben haben, vollzogen werden. Man hatübrigens zum Zweck der Wiedererinnerung nicht das Entferntein's Auge zu fassen, sondern das Nächste; die Vermittlung istoffenbar immer dieselbe, sie beruht eben auf der stetigen Reihen-folge, auch wo die Wiedererinnerung nicht auf einem Suchen be-ruht. In diesem Fall schließen sich die Bewegungen aneinanderan: die eine folgt aus die andere. Man wird demnach, um eineWiedererinnerung hervorzurufen, folgendermaßen verfahren: manwird einen Anfang der Bewegung zu finden suchen, an welchendie gesuchte Bewegung sich anschließt. Deßhalb bewirkt man dieWiedererinnerung am schnellsten und leichtesten von einem Anfangaus; denn wie die Dinge sich zu einander verhalten vermöge derReihenfolge, so auch die Bewegungen. Daher ist das leicht znbehalten, was eine bestimmte Ordnung hat, wie z. B. das Ma-thematische; das Andere ist schlecht und schwer zn behalten. Undhierin liegt der Unterschied zwischen der Wiedererinnerung unddem Wieder-Lernen, daß man bei jener eigentlich durch sich selbstsich hinbewegen kann zu dem, was nach dem Anfang folgt; ge-schieht es nicht, sondern durch Vermittlung eines Andern, so istes keine Erinnerung mehr. Oft kommt es vor, daß man sichnicht im Augenblick wieder erinnern kann, wohl aber findet man,wenn man sucht. Dich geschieht, indem man viele Bewegungen