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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Ist es nun unmöglich, das unter denselben Sinn Fallende zu-gleich wahrzunehmeu, wenn cs aus zwei Dingen besteht, so istes offenbar noch viel weniger möglich, das unter zwei SinneFallende zugleich wahrzunehmen, wie z. B. weiß und süß. Esscheint uemlich die Seele das der Zahl nach Eine durch nichtsanderes auszudrückeu, als durch das Zugleich, das der Art nachEine aber durch den Sinn, der dafür bestimmt ist, und durchdie Art und Weise. Dieß meine ich so: cs ist ein und derselbeSinn, der das Weiße und das Schwarze, welche der Art nachverschieden sind, unterscheidet, und wieder Ein Sinn, der dasSüße und das Bittere unterscheidet, und dieser zweite Sinn istmit sich selbst identisch, aber verschieden von jenem ersteren; dieWahrnehmung geschieht aber anders bei dem Entgegegengesetzten,in ähnlicher Weise dagegen bei dem einander Entsprechenden, d. h.wie der Geschmackssinn das Süße wahrnimmt, so der Gesichts-sinn das Weiße, und wie der Gesichtssinn das Schwarze, so derGeschmackssinn das Bittere. Ferner: wenn die Bewegungendes Entgegengesetzten entgegengesetzt sind, das Entgegengesetzte aberin Einem und demselben Ungetheilten nicht zugleich sein kann,und nun das Entgegengesetzte unter Einen Sinn fällt, wie dasSüße und das Bittere, so ist es nicht wühl möglich, dieses zu-gleich wahrzunehmen. Offenbar aber ebensowenig das nicht Ent-gegengesetzte, denn das Eine entspricht dem Weißen, das Anderedem Schwarzen u. s. f., wie von den Geschmäcken die einen zumSüßen, die andern zum Bitteren gehören. Und auch nichtdas Gemischte zugleich, denn es sind Verhältnisse von Entgegen-gesetztem, wie z. B. die Töne der Oktave und der Quinte, wennman sie nicht als Eins auffaßt. Auf diese Weise bekommt manEin Verhältniß der Extreme, sonst aber nicht, denn man hatdann zugleich das Verhältniß des Vielen, zum Wenigen oder desUngeraden zum Geraden, und das des Wenigen zum Vielen oderdes Geraden zum Ungeraden. Wenn nun dasjenige, was zwareinander parallel ist, aber verschiedenen Gattungen angehört, nochweiter von einander entfernt und verschieden ist, als das, wasderselben Gattung angehört, (ich nenne parallel, aber der Gat-tung nach verschieden z. B. das Süße und das Weiße, das