keine wahriiehmen, denn jede wird vor der andern verschwinden.Eine einfache Bewegung aber kann man hier nicht wahrnehmen.Somit wird hier entweder gar keine Wahrnehmung stattsindenoder eine andere, aus beiden hervorgehende. Und dieß scheintauch der Fall zu sein bei dem Gemischten, solang es eben ge-mischt ist. Nun entsteht aus manchen Dingen bei der Mischungetwas, ans manchen aber nicht, nemlich nicht bei denjenigen,welche Gegenstand verschiedener Sinne sind; gemischt nemlichwerden solche Dinge, deren Aeußerstes Eins wird, es ist abernicht möglich, daß z. B. aus Weiß und Hoch Eins werde, außerin accidentcller Weise, nicht aber so, wie aus Hoch uud Tief eineHarmonie entsteht. Demnach kann mau solche Dinge auch nichtzugleich wahrnehmen. Denn wenn die Bewegungen gleich sind,so werden sie einander aufheben, da eine einzige Bewegung ausihnen nicht entsteht. Sind sie aber ungleich, so wird die stär-kere Bewegung eine Wahrnehmung Hervorbringen, denn die Seelekann vermittelst Einer Wahrnehmung leichter zwei solche Dingezugleich wahrnehmen, auf welche Ein und derselbe Sinn geht,wie z. B. hohen und tiefen Ton; denn die Bewegung diesesEinen Sinnes geschieht mehr zugleich als die von zwei Sinnen,wie z. B. Gehör und Gesicht. Mit Einem Sinn aber zwei
Dinge zugleich wahrzunehmen, ist nicht möglich, wenn sie nichtgemischt sind, denn die Mischung soll ja eben Eines sein, ausdas Eine aber geht Ein Sinn und dieser Eine ist zugleich mitsich selbst, so daß mau also uothwendig das Gemischte zugleichwahrnimmt, weil mit Einem Sinn aktuell wahrnimmt; denn deraktuell Eine Sinn geht auf Eins der Zahl nach, der potenziellEine auf Eins der Form nach. Und wenn somit die aktuelle
Sinneswahrnehmung Eine ist, so wird sie die gemischten Dingeals Eins auffassen. Somit müssen sie uothwendig gemischt sein.Sind also die Dinge nicht gemischt, so wird man zwei aktuelleSinneswahrnehmungen haben. Allein Einer Möglichkeit und einerungetheiltcn Zeit muß Eine Aktualität entsprechen, denn Ein Sinnhat ein für allemal Eine Bewegung und Anwendung und dieMöglichkeit (Potenz) ist Eine. Es ist also in diesem Fall nichtmöglich, zwei Dinge zugleich mit Einem Sinn wahrzunehmen. —