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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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daß bei den athmenden Thieren der Athem das Äufliegende wieeine Art Deckel wegnimmt, (weßhalb sie auch nicht wahrnehmen,ohne zn athmen), während bei den nicht athmenden Thieren dieseBedeckung fehlt, gerade wie an den Augen die einen ThiereAugenlider haben, welche aufgedeckt sein müssen, damit sie sehenkönnen, wahrend die hartäugigcn keine haben, weßhalb sic auchnichts zum Aufdecken bedürfen, sondern sofort sehen, sobald einSehen überhaupt möglich ist. Ebenso hat nun auch kein an-deres Thier eine unangenehme Empfindung über den Geruch desan sich Uebelricchcnden, wenn es nicht etwa gerade etwas Schäd-liches ist. Von solchen schädlichen Gerüchen aber gehen die Thierezu Grund, wie die Menschen durch den Kohlcndampf einen schwe-ren Kopf bekommen und oft sterben; so bringt den andern Thie-ren die Kraft des Schwefels und der asphaltartigen Stoffe denTod und deßhalb suchen sie solchen Dingen anszuweichen. Da-gegen der üble Geruch an und für sich macht ihnen nichts aus,während doch viele Pflanzen einen üblen Geruch haben, außerwenn dieser auf das Schmecken oder Essen einwirkt. Es istaber anzunchmen, daß die Empfindung des Riechens, da dieSinne nngerad sind und da die ungerade Zahl in der Mittesteht, ebenfalls in der Mitte steht einerseits zwischen den tasten-den Sinnen, nemlich Tastsinn und Geschmackssinn, andererseitsden durch ein anderes Organ vermittelten, nemlich Gesicht undGehör. Deßhalb ist auch das Riechbare eine Affektion der näh-renden Theile, (diese aber liegen in der Gattung des Tastenden)und des hörenden und sehenden Organs, weßhalb auch in derLuft und im Wasser das Riechen stattfindct. So ist also dasRiechbare etwas diesen beiden Elementen Gemeinsames, was auchder Fall ist beim Tastbaren, Hörbaren und Durchsichtigen; deß-halb hat man mit Grund den Geruch verglichen mit einer Artvon Eintauchung und Abwaschung der Trockenheit im Feuchtenund Flüssigen. Soviel also darüber, wie man die einzelnenArten zu bezeichnen hat beim Riechen und wie nicht. Unbe-gründet ist, was einige Pythagoreer behaupten: nach diesen sollenmanche Thiere durch den Geruch sich ernähren. Allein erstenssehen wir, daß die Nahrung zusammengesetzt sein muß, denn auch