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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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Schall oder Geruch oder Geschmack, ebenso: wie verhält es sichmit dem Tasten?, Zuerst sprechen wir von der Farbe.

Bei jedem Ding hat man eine zweifache Bedeutung zuunterscheiden, je nachdem man die Aktualität oder die Potenzim Auge hat. Es ist nun schon in den Untersuchungen überdie Seele gesagt worden °), in wiefern die aktuelle Farbe undder aktuelle Schall identisch ist mit den aktuellen Sinneswahr-nehmungen, also z. B. dem Sehen und dem Hören, oder davonzu unterscheiden; was aber jedes einzelne eigentlich ist, um dieWahrnehmung und die Aktualität hervorzubringen, das ist jetztzu erklären. Wir haben nun an dem angegebenen Ort^) vondem Licht gesagt, es sei die Farbe des Durchsichtigen in acciden-teller Beziehung; wenn nemlich im Durchsichtigen etwas Feuer-artiges enthalten ist, so ist die Anwesenheit desselben Licht, dieBeraubung Dunkel. Was wir aber durchsichtig nennen, istnicht etwas der Luft oder dem Wasser oder sonst einem derar-tigen Körper Eigenthümliches, sondern es ist ein gewisses allge-meines Wesen und Vermögen (Potenz), welches nicht für sichgetrennt existirt, wohl aber in jenen Körpern ist, wie auch inden übrigen Körpern, bald mehr, bald weniger. Wie nun beiden übrigen Körpern nothwendig ein Aeußerstes sein muß, soauch hiebei. Das Wesen des Lichtes nun ist in dem Durchsichtigenals einem Unbestimmten; was aber das Durchsichtige in denKörpern betrifft, so muß hier offenbar ein Aeußerstes sein undzwar zeigt die Erfahrung, daß es eben die Farbe ist. DieFarbe ist nemlich entweder in der Grenze oder sie ist selberGrenze; weßhalb auch die Pythagoreer die Oberfläche Hautfarbenannten. Die Farbe ist nemlich in der Grenze des Körpers,aber sie ist nicht eine Grenze des Körpers, sondern man mußannehmen, daß dieselbe Naturbeschaffenhcit, welche außen Farbeannimmt, auch innen so ist. Offenbar haben auch Luft undWasser eine Farbe, sofern ja doch der Glanz ebendahin gehört.Aber während dort, nemlich bei der Luft und beim Meer, die

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2) Ss LN. II 7.