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das Prinzip der Freundschaft ist oder der Nutze», so hört dieFreundschaft auf, sobald die Lust, resp. der Nutzen wegfallt.Oft aber dauert die Freundschaft noch fort, es mißbraucht aberder eine Freund den andern und deßhalb ist nun dieser empört.Auch dieß ist aber leicht zu begreifen: deine Freundschaft mitdiesem Menschen hatte ja nicht die Tugend zur Grundlage, daherdarfst du dich nicht wundern, daß er nicht tugendhaft handelt;also ist der Unwille ganz unberechtigt. Man verwechselt hierdie auf der Tugend beruhende Freundschaft mit derjenigen, welcheans der Lust beruht; während nur die letztere vorhanden ist,will man doch die erstere haben, aber dieß ist nicht möglich, so-fern die aus Nutzen und die auf Lust beruhende Freundschaftmit der Tugend nichts zu thun hat. Wahrend man also »inder Lust willen sich vereinigt hat, verlangt man die Tugend;dieß ist aber nicht das Richtige: denn es ist nicht so, daß dieTugend der Lust und dem Nutzen sich zugesclltc, vielmehr Nutzenund Lust müssen sich zur Tugend gesellen. Es ist ja wider-sinnig, wenn man daran zweifelt, daß die Tugendhaften einanderselbst am angenehmsten sind. Es sind ja auch, wie Euripidessagt, die Schlechten einander angenehm; denn 9
„die Lust lst's, die die Schlechten aneinander knüpft."
Es ist aber nicht die Tugend Begleiterin der Lust, sondern dieLust ist Begleiterin der Tugend.
Eine Frage ist nun, ob mit der Freundschaft der Tugend-haft» die Lust verbunden sein muß oder nicht? Es wäre abge-schmackt, wollte man diese Frage verneinen. Sobald man nem-lich von einer Freundschaft die Lust, die man sich gegenseitigbereitet, wegnimmt, so werden die Betreffenden andere Freundesuchen, welche ihnen für de» Umgang Lust gewähren. Für denUmgang ist ja nichts von größerer Bedeutung, als daß mansich gegenseitig Lust gewahrt. Es wäre nun abgeschmackt, wollteman daran zweifeln, daß die Lügenhaften am meisten de» Um-gang unter sich suchen; dieser Umgang ist aber ohne Lust nicht
Nur. UoUsroM, t'r.