überhaupt bei allen hervorbringenden Künsten. Dagegen beimHandeln liegt der Zweck lediglich im Handeln selbst, z. B. beimCitherspiel liegt der Zweck nicht außerhalb des Spiels, sonderneben die Thätigkeit, das Handeln ist Zweck. Hierauf also, ausdas Handeln und die Gegenstände des Handelns, bezieht sich dieKlugheit; auf das Hervorbringen aber und auf die Gegenständedes Hervorbringens bezieht sich die Kunst; denn die Kunst findetja ihre Anwendung mehr auf dem Gebiet des Hervorbringensals auf dem Gebiet des Handelns. So ist also die Klugheitein mit Vorsatz verbundenes Verhalten, welches ein Handeln be-zweckt hinsichtlich dessen, was von unserem Willen abhängt, undzwar bezieht sich dieses Handeln auf das, was nützlich ist. DieKlugheit ist aber eine Tugend, wie man annehmen muß, nichtein Wissen. Die Klugen verdienen ncmlich Lob, das Lob aberwird der Tugend ertheilt. Ferner entspricht jedem Wissen eineTugend, der Klugheit aber nicht, vielmehr ist diese offenbar selbsteine Tugend. — Die Vernunft sodann hat es zu thun mit denPrincipien des Denkbaren und Seienden. Während nemlich dasWissen dasjenige zum Gegenstand hat, was sich beweisen läßt,sind die Principien nicht Gegenstand eines Beweises. Somit hates nicht das Wissen mit den Principien zu thun, sondern dieVernunft. — Die Weisheit ferner ist ein Produkt der Verbin-dung von Wissen und Vernunft. Ihren Gegenstand bilden nem-lich sowohl die Principien, als auch dasjenige, was aus denPrincipien bewiesen wird, womit es eigentlich die Wissenschaftzu thun hat. Sofern nun die Weisheit sich mit den Principienbeschäftigt, hat sie Theil an der Vernunft, sofern sie es aber mitdein zu thun hat, was aus den Principien abgeleitet und be-wiesen wird, hat sie Theil am Wissen. Daraus folgt also, daßdie Weisheit ein Produkt der Verbindung von Vernunft undWissen ist. — Was endlich die Vorstellung betrifft, so findet sicda statt, wo wir über etwas im Zweifel sind, also da, wo etwasso sein kann, aber auch anders.
Es fragt sich nun, ob die Klugheit und die Weisheit iden-tisch sind oder nicht? Die Sache ist aber diese: die Weisheithat zum Gegenstand das, was sich beweisen läßt und immer sich