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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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Erstes Buch.

Erstes Kapitel.

Brrhältniß von Ethik und Politik. Ueber Begriff und Ableitung derTugend. Lehren früherer Philosophen. Das Gute ist Zweck, aber inverschiedenem Sinn zu nehmen. Hieher gehört das, was für uns gutist. Das Gute als Idee ist von dieser Untersuchung auszuschliehen.

Unrichtigkeit der Lehre des Sokrates.

Da die Ethik, das Sittliche es ist, was wir zu behandelnim Sinn haben, so wird die erste Frage sein, in welches Gebietdas Sittliche, der Charakter gehört. Man könnte kurzweg sagen,die Ethik bilde einen Theil der Lehre von der bürgerlichen Ge-sellschaft. Nun ist es aber auf dem Gebiet des bürgerlichen Le-bens unmöglich irgendwie zu handeln, ohne daß der Handelndebon einer gewissen Beschaffenheit ist, ich meine also hier, ohnedaß er tugendhaft ist. Tugendhaft sein aber heißt eben: imBesitz der verschiedenen Tugenden sein. Also wenn Einer imbürgerlichen Leben zum Handeln befähigt sein soll, so muß erhinsichtlich seiner sittlichen Beschaffenheit tugendhaft sein. So istalso offenbar die Behandlung des Sittlichen ein Theil, und zwarder erste Theil der Lehre von der bürgerlichen Gesellschaft, derPolitik, und im Allgemeinen sollte man meines Erachtens dieserganzen Untersuchung den NamenPolitik" anstattEthik" geben.Zuerst also müssen wir offenbar von der Tugend reden, indemwir untersuchen, was Tugend ist und woraus sie entsteht. Dennks hat doch wohl keinen Werth, den Begriff der Tugend zu kennen,ohne etwas davon zu wissen, wie sie zu stände kommt und auswas sie hervorgeht. Denn wir dürfen uns bei unserer Unter-