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ein Gut? Aber für den Unverständigen, für den, welcher ihnnicht recht gebraucht, ist der Neichthum kein Gut; er ist also einGut und ist kein Gut. Ist es gut, gesund zu sein oder in einemStaat Einfluß zu besitzen? Aber in manchen Fällen ist es nicht sogut; dasselbe ist also für denselben gut und nicht gut. Aber esist recht Wohl möglich, daß etwas, was schlechthin gut ist, fürdiesen nicht gut ist, oder aber für diesen gut ist, aber nicht jetztoder nicht hier. Ist das schlimm, was der Verständige nichtwünscht? Er will aber das Gute nicht verlieren; also ist dasGute schlimm. Aber es ist nicht das gleiche zu sagen: das Guteist schlimm, und: das Gute verlieren ist schlimm. Ebenso ist esauch mit dem Dieb. Wenn der Dieb etwas Schlechtes ist, soist deßwegen nicht auch das Nehmen etwas Schlechtes; er willalso nicht das Schlechte, sondern das Gute; denn Gutes nehmenist gut. Und: die Krankheit ist ein Ucbel, aber nicht, die Krank-heit zu verlieren. Ist das Gerechte vorzüglicher als das Unge-rechte, gerechtes Verfahren besser als ungerechtes? Aber auf un-gerechte Weise sterben ist vorzüglicher. Ist es recht, daß Jederdas Seinige habe? Was nun aber ein Richter nach seiner An-sicht, auch wenn diese unrichtig ist, Einem zuspricht, ist giltig nachdem Gesetz; ebendasselbe ist also gerecht und ungerecht. Ferner:soll der entscheiden, welcher Gerechtes sagt, oder der, welcher Un-gerechtes? Allein auch daß der, welchem Ungerechtes zugefügtworden ist, gehörig sage, was ihm geschehen sei, ist gerecht; diesesaber, was ihm geschehen, ist ja ungerecht. Wenn es daher vor-zuziehen ist, auf ungerechte Weise etwas zu leiden, so ist es deß-halb nicht besser, auf ungerechte Weise zu verfahren, als auf ge-rechte; sondern schlechthin besser ist das gerechte Verfahren, imeinzelnen Fall kann aber das ungerechte besser sein. Und daßman das Seinige habe, ist gerecht, daß man das Fremde habe,ist nicht gerecht, aber doch kann ein betreffender Spruch ') desRichters ganz Wohl gerecht sein, wie also wenn er nach fl er An-sicht des Richters ist; denn wenn er in der und der Beziehunggerecht ist, ist er noch nicht schlechthin gerecht. Ebenso ist es
>) Welcher einem Fremdes zuspricht.