231
Welche eine xstitio xriuoipli enthalten und welche das nichl Ur-sächliche als Ursächliches setzen, sowie bei denen, welche aus meh-reren Fragen Eine machen; in allen diesen Schlüssen liegt dieTäuschung an einer Kleinigkeit; denn aus dem ebengenanntenGrund stellen wir keinen genauen Begriff weder vom Vordersatznoch vom Syllogismus auf.
Achtes Kapitel.
Vom Wesen des sophistischen Gegenschlusser.
Da wir nun wissen, worauf die scheinbaren Schlüsse beruhen,so wissen wir auch, worauf die sophistischen Schlüsse und Gegen-schlüsse (Syllogismen und Elenchen) beruhen. Unter einem sophi-stischen Schluß und Gegenschluß verstehe ich nicht bloß den schein-baren Schluß und Gegenschluß, den, der es nur zu sein scheint,aber es nicht wirklich ist, sondern auch den, welcher es zwar ist,aber zu der Sache nur scheinbar gehört. Hieher gehören dieSchlüsse, welche nicht in Beziehung auf die Sache widerlegen unddie Unwissenheit des Gegners zeigen, was das Geschäft der Pei-rastik (Erforschung und Prüfung) ist. Die Peirastik ist aber einTheil der Dialektik, diese hat die Aufgabe, etwas Falsches zuschließen auf Grund der Unwissenheit dessen, welcher die Behaup-tung zugibt. Die sophistischen Gegenschlüsse aber, wenn sie auchauf den Widerspruch schließen, machen nicht deutlich, ob der Geg-ner unwissend ist, denn auch den Wissenden verstrickt man durchsolche Beweisführungen.
Daß diese beiden Arten auf derselben Methode beruhen, istklar; denn aus denselben Gründen, weßhalb den Zuhörern etwasals Folge der Fragen erschlossen zu sein scheint, kann es auch demAntwortenden so Vorkommen, so daß also trügerische Schlüsse aufdiesen Ursachen — durchaus oder zum Theil — beruhen; wasman uemlich, ohne gefragt zu sein, zugegeben zu haben glaubt,wird man auch auf die Fragen hin zugeben. Jedoch kommt esin manchen Fällen vor, daß man durch die weitere Frage nachdem, was fehlt, unmittelbar das Falsche an's Licht bringt, wie