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ist aber die Thesis wahrscheinlich, so muß die Schlußfolgerungunwahrscheinlich sein; denn der Fragende muß immer das zuStande bringen, was der Thesis entgegengesetzt ist. Ist aber dieBehauptung weder wahrscheinlich noch unwahrscheinlich, so wirdauch die Schlußfolgerung von derselben Art sein. Da nun der,welcher richtig schließt, das Aufgestellte aus Wahrscheinlicheremund Bekannterem erweist, so ist klar, daß, wenn die Thesisschlechthin unwahrscheinlich ist, der Antwortende nicht zugebendarf weder was schlechthin nicht plausibel ist, noch was zwarplausibel ist, aber weniger als die Schlußfolgerung. Ist nemlichdie Thesis unwahrscheinlich, so ist die Schlußfolgerung wahrschein-lich, also muß alles Gewonnene wahrscheinlich sein und zwarwahrscheinlicher als die Schlußfolgerung, wenn durch das Bekann-tere das weniger Bekannte gewonnen werden soll. Wenn alsoetwas von dem Gefragten nicht dieser Art ist, so darf der Ant-wortende es nicht zugeben. Ist aber die Thesis schlechthin wahr-scheinlich, so ist offenbar die Schlußfolgerung schlechthin unwahr-scheinlich. Also muß man zugeben alles, was plausibel ist, undvon dem nicht Plausibeln das, was weniger unwahrscheinlich istals die Schlußfolgerung; in diesem Fall ist das Verfahren wohlrichtig. Ebenso wenn die Thesis weder wahrscheinlich noch un-wahrscheinlich ist; auch dann nemlich muß man alles Plausiblezugestehen und von dem nicht Plausibeln das, was wahrschein-licher ist als die Schlußfolgerung; denn so werden die Beweiseals wahrscheinlicher sich Herausstellen. Ist nun die Thesis schlecht-hin wahrscheinlich oder unwahrscheinlich, so muß man eine Ver-gleichung anstellen mit dem, was schlechthin plausibel ist; ist aberdie Thesis nicht schlechthin wahrscheinlich oder unwahrscheinlich,sondern nur für den Antwortenden, so muß dieser zugeben, resx.nicht zugeben, je nachdem er es selber für nöthig hält oder nicht.Wenn aber der Antwortende die Meinung eines Andern vcrthei-digt, so ist klar, daß er im Zugeben und Leugnen nach der An-schauungsweise des Andern sich zu richten hat. Indem man sobei dem Aufstellen fremder Sätze verfahren muß, geben z. B.die, welche gut und bös für identisch erklären, nach Heraklit nichtzu, daß das Entgegengesetzte nicht Einem und demselben beiwoh-