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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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»st es, wen» man etwas voranstellt, was nicht voranzustellen ist,oder wenn man etwas aufstellt und es dann nicht gehörig ver-theidigt.

Fünftes Kapitel.

Methode des Disputirens je nach dem Zweck. Art der Thesen inBeziehung auf die Wahrscheinlichkeit.

Für Disputationen, welche nur die Uebung und Erfahrungzum Zweck haben, sind keine bestimmten Regeln gegeben. Es sindnemlich die Zwecke verschieden beim Lehren und Lernen einerseitsund bei rein dialektischen Uebungen andrerseits, und wieder ist einUnterschied zwischen den letzteren und solchen Gesprächen, die manzur Erforschung der Wahrheit anstellt. Dem Lernenden mußman immer das, was plausibel ist, zugeben; es versucht ja inder That auch Niemand, das Falsche zu lehren; bei Disputations-turnieren aber muß der Fragende den Schein erregen, als ob erimmer etwas durchsetze, der Antwortende aber, als lasse er sichnichts abgewinnen. Was nun aber die dialektischen Unterredun-gen betrifft, welche nicht den bloßen Streit zum Zweck haben,sondern Erfahrung und Erforschung, so ist hiefür noch nicht in»einzelnen bestimmt, auf was der Antwortende abzielen, was erzugeben und was er nicht zugeben muß, um die Thesis gut odernicht gut zu behaupten. Da nun in dieser Beziehung von An-dern noch keine Regeln aufgestellt sind, so wollen wir selbst ver-suchen, solche zu geben.

Was der Antwortende zu vertheidigen hat, ist entweder eineunwahrscheinliche oder eine wahrscheinliche Behauptung oder keinesvon beiden, und entweder schlechthin wahrscheinlich, rosx. un-wahrscheinlich, oder relativ, nemlich subjektiv, für den Behaupten-den selbst oder für einen Andern; es macht übrigens keinen Un-terschied, in welchem Maß der Satz wahrscheinlich oder unwahr-scheinlich ist; denn man hat ganz auf die gleiche Weise zu ver-fahren, um gut zu antworten und das Gefragte richtig zuzugebenoder »licht zuzugcben. Wenn nun die Thesis unwahrscheinlich ist,so muß die darauf bezügliche Schlußfolgerung wahrscheinlich sein,

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