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Zehntes Kapitel.
Gesichtspunkte, welche auf die Endungen, die Ideen und die Zweideutig,leiten sich beziehen.
Man muß ferner darauf Acht haben, ob für die verschie-denen Casus und Endungen des zu Definirenden auch die ent-sprechenden Casus und Endungen in der Definition gewählt sind;z. B. wenn das Nützliche das Gesundheit Bewirkende ist, so istauch beim Adverbium jedesmal die gleiche Form zu gebrauchenund das, was nützlich gewesen ist, ist das, was Gesundheit be-wirkt hat.
Ferner ist darauf zu sehen, ob die angegebene Definitionauf die Idee zutrifft. In manchen Fallen ist dieß nemlich nichtder Fall, z. B. in der Definition Plato's, wo er, um den Be-griff des Thiers zu bestimmen, das Merkinal sterblich beifügt; dieIdee nemlich kann nicht sterblich sein, z. B. die Idee des Men-schen, der Mensch — an sich, also wird diese Definition auf dieIdee nicht zutreffen. Ueberhaupt wo ein Bewirken oder ein Lei-den als Merkmal beigefügt ist, da kann die Definition auf dieIdee unmöglich zutreffen; denn die Ideen werden doch von denVertretern der Jdeenlehre für nichtleidend und unbewegt erklärt.Ueberdieß sind auch noch Gesichtspunkte wie die folgenden zuverwenden.
Es ist fehlerhaft, wenn man für homonyme Ausdrücke nurEine Definition aufstcllt, welche für alle Bedeutungen gelten soll.Synonym ist nemlich das, bei welchem dem Namen der SacheEine Definition entspricht, so daß also beim Homonymen dieaufgestellte Definition auf keine der im Wort begriffenen Bedeu-tungen zutrifft, wenn sie ja doch in gleicher Weise auf alles imHomonymen Begriffene zutreffen soll. Dieß ist auch dem Dio-nysios begegnet in seiner Definition des Lebens, wenn er sagt,dieß sei eine von Natur vorhandene, immer zur Seite gehendeBewegung des nährenden Organs; dieß kommt nemlich den Thie-ren nicht mehr zü als den Pflanzen; der Begriff Leben hat aber