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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
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sen ist das Gute enthalten. Also wenn gut das ist, was demBösen entgegengesetzt ist, und wenn cs keinen Unterschied macht,ob man sagt: bös, oder: dem Guten entgegengesetzt, so wird gutdasjenige sein, was dem dem Guten Entgegengesetzten entgegen-gesetzt ist. Somit ist klar, daß der zu definirende Begriff selbstin die Definition ausgenommen ist.

Ferner ist es fehlerhaft, wenn man'in die Definition dieBeraubung aufnimmt, aber nicht hinzusetzt, aus was die Berau-bung sich bezieht, also z. B. ob auf ein Haben oder das Gegen-theil davon, oder auf was sonst, ferner wenn man nicht das aus-drücklich bezeichnet, in welchem etwas von Natur ist, schlechthinoder ursprünglich und zuerst; z. B. wenn man sagt, die Unwis-senheit sei eine Beraubung, aber nicht sagt: Beraubung des Wis-sens, oder wenn man nicht hinzusetzt, in was sie von Natur ist,oder doch nicht, in was sie zuerst ist, wie z. B. wenn man nichtsagt, daß die Unwissenheit im Denkvermögen ist, sondern nur,daß sie im Menschen oder in der Seele ist; in allen diesen Fäl-len ist die Definition fehlerhaft. Ebenso wenn man sagt, dieBlindheit sei eine Beraubung, ohne hinzuzusetzen: des Gesichtsim Augez denn bei einer richtigen Definition muß man daseigentliche Wesen angeben und bezeichnen, auf was die Beraubungsich bezieht und was das Beraubte ist.

Ferner ist darauf Acht zu geben, ob etwas, was eigentlichkeine Beraubung in sich schließt, durch Beraubung definirt ist;wie z. B. auch in der Definition der Unwissenheit ein Fehlervon denen gefunden wird, welche die Unwissenheit nicht negativbestimmen. Was nemlich kein Wissen hat, ist nach dieser Ansichtnicht unwissend, unwissend ist vielmehr, wer im Jrrthum befangenist, weßhalb wir auch uubeseelte Wesen und kleine Kinder nichtunwissend nennen; so daß also die Unwissenheit nicht als Berau-bung des Wissens bestimmt wird.