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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
Entstehung
Seite
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schied ausmacht. Darum tadelt mau auch diejenigen, welche denBegriff Thier durchdas auf dem Lande Lebende" unddas imWasser Lebende" näher bestimmen, weil diese beiden Bestimmun-gen ein Wo ausdrücken. Allein vielleicht ist dieser Tadel nichtganz begründet; dennim Wasser lebend" enthält nicht ein Wo,ein Befinden in einem Andern, sondern ist eine qualitative Be-stimmung; denn ein Thier ist ein Wasserthier, auch wenn es ausdem Trockenen ist; ebenso das Landthier ist ein Landthier, auchwenn es im feuchten Element ist, es wird deßwegen kein Wasser-thier. Aber dennoch ist es offenbar ein Fehler, wenn man ein-mal das in einem Andern Sichbefinden als Unterschied be-zeichnet.

Ferner muß man sehen, ob das Leiden, die Passivität, alsUnterschied angegeben ist. Denn jedes Leiden beeinträchtigt dasWesen, wenn es einen höher« Grad erreicht, beim Unterschiedaber ist dieß nicht der Fall, im Gegentheil, der Unterschied scheint,wenn er sich steigert, dasjenige, dessen Unterschied er ist, nochmehr zu erhalten, und überhaupt ist es doch unmöglich, daß etwassei ohne den ihm zugehörigen Unterschied; wenn z. B. das aufFüßen Gehende nicht ist, so ist auch der Mensch nicht. Um eskurz zu sagen, Unterschied kann nicht sein, was eine Aenderungdes Subjekts begründet; denn alles Derartige muß, sobald eseinen höhern Grad annimmt, einen Verlust des Wesens herbei-führen. Also jede derartige Bestimmung des Unterschieds ist feh-lerhaft, denn der Unterschied gibt nur die Beziehung an, in wel-cher wir anders werden.

Ferner: ob der Unterschied für etwas Relatives etwa nichtdurch das Verhältniß zu einem Andern bestimmt ist; beim Rela-tiven ist nemlich auch der Unterschied etwas Relatives, wie z. B.beim Wissen; man spricht nemlich von einem theoretischen, einempraktischen und einem producirenden Wissen, diese alle aber sindrelative Begriffe; denn das Theoretische, das Praktische und dasProducirende beziehen sich auf ein bestimmtes Objekt.

Ferner ist darauf zu achten, ob in der Definition des Re-lativen auch die richtige, der Natur der Sache entsprechende Re-lation angegeben ist. Einiges Relative nemlich kann man bloß