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Nachweisen, daß das Accidens zukommt, so heißt das: es ist wahr;wenn wir Nachweisen, daß es nicht zukommt, so heißt das: es istnicht wahr. Ob man aber die Sache nicht in die gehörige Gat-tung gesetzt hat, oder ob der aufgestellte Begriff nicht eigenthüm-lich ist, das ist nach den über die Gattung und das Eigentüm-liche angegebenen Gesichtspunkten zu untersuchen.
Ferner müssen wir sagen, wie man verfahren muß bei derUntersuchung, ob die Definition überhaupt nicht gegeben oder obsie nicht richtig gegeben ist. Zuerst ist zu untersuchen, ob sienicht richtig gegeben ist. Es ist nemlich immer leichter, etwasüberhaupt zu thun, als es in der richtigen Weise zu thun. Deß-halb muß natürlich in letzterer Beziehung häufiger gefehlt werden,weil es eben schwieriger ist, und also wird es auch leichter sein,die Angriffe nach dieser Seite hin zu richten, als nach jener.
Eine unrichtige Fassung der Definition ist in zweierlei Weisemöglich, einmal wenn man sich im Ausdruck undeutlich faßt, (esmuß nemlich die Definition immer mit möglichst großer Deutlich-keit ausgedrückt sein, da ja die Definition eben die Erkcnntnißzum Zweck hat), sodann wenn der Begriff zu weit ausgedehntworden ist; Alles nemlich, was bei der Definition noch weiterbcigefügt wird, ist überflüßig. Jeder von diesen beiden Punktenist dann wieder nach mehreren Seiten hin zu betrachten.
Zweites Kapitel.
Von der Undeutlichkeit der Definition.
Die eine Art der Dunkelheit oder Undeutlichkeit findet statt,wenn der gebrauchte Ausdruck mit einem andern homonym ist,z. B. wenn man sagt, das Werden sei ein Uebergang zum Seinoder die Gesundheit sei eine Symmetrie des Marinen und Kalten.Die Ausdrücke Uebergang und Symmetrie sind nemlich homonym,es ist deßhalb unklar, welche von den verschiedenen Bedeutungengerade gemeint ist. Ebenso ist es auch, wenn das zu Definirendeverschiedene Bedeutungen hat und diese nicht deutlich unterschiedensind, essist nemlich dann unklar, welche Bedeutung bei der De-