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Neuntes Kapitel.
Bestimmung des Eigenthümlichen von der Potenz oder vomSuper-lativ aus.
Ferner muß man bei der Widerlegung darauf sehen, ob derGegner das Eigenthümliche nach der Potenz bestimmt und diesespotenziell Eigenthümliche zu etwas, was nicht ist, in Beziehungsetzt, während das Potenzielle dem, was nicht ist, auch nicht zu-kommen kann; ist es so bestimmt, so wird das ausgestellte Eigen-thümliche nicht richtig sein. Z. B. wenn man sagt, der Luft seies eigenthümlich, daß sie eingeathmet werden könne, so hat mandas Eigenthümliche potenziell bestimmt; denn ein Eigenthümliches,welches von der Art ist, daß es eingeathmet wird, ist eben das,daß es eingeathmet werden kann; es ist aber zugleich das Eigen-thümliche in Beziehung gesetzt zu dem nicht Seienden, denn auchWenn kein Thier da ist, welches die Luft einathmen kann, ist esdoch möglich, daß Luft ist; ist jedoch kein Thier vorhanden, so istes auch nicht möglich, daß etwas die Luft einathme; also wirdauch der Luft nicht das, daß sie eingeathmet werden kann, eigen-thümlich sein in dem Fall, wenn kein Thier vorhanden ist, wel-ches sie einathmen kann. Also ist es der Luft nicht eigenthüm-lich, daß sie eingeathmet werden kann.
Bei der Behauptung muß man Acht haben, ob, wenn dasEigenthümliche nach der Potenz bestimmt ist, dasselbe entweder zueinem Seienden in Beziehung gesetzt ist oder zu einem nicht Seien-den, wobei die Potenz dem nicht Seienden zukommen kann; dannwird nemlich das aufgestellte Eigenthümliche trotz der Einrede desGegners richtig sein. Z. B. wenn man sagt, dem Seienden seies eigenthümlich, daß es leiden oder thun könne, so bestimmt mandas Eigenthümliche nach der Potenz, setzt es aber mit einemSeienden in Verbindung; denn wenn ein Seiendes ist, ist es auchim Stand zu leiden oder zu thun; also ist es dem Seiendeneigenthümlich, daß es im Stande ist zu leiden oder zu thun.
Ferner hat man bei der Widerlegung zu sehen, ob das Eigen-thümliche im Superlativ ausgedrückt ist; dann ist es nemlich nicht
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