oder Me oder Alles, wie z. B. das Gute; denn nach dem Gu-ten strebt Alles. Man muß aber auf den Gesichtspunkt hinlen-ken, für welchen das, was man nennen will, von Bedeutung ist.Schlechthin besser und vorzüglicher ist das, was der besseren Wis-senschaft angehört, für den Einzelnen besser ist das, was seinereigenen Wissenschaft angehört.
Ferner ist vorzüglicher das, was einer Gattung eigentlichangehört, gegenüber von dem, was nicht zur Gattung gehört,z. B. die Gerechtigkeit ist vorzüglicher als der Gerechte; das er-stere nemlich gehört zum Guten als seiner Gattung, das letztereaber nicht, und das erstere ist seinem Wesen nach gut, das letz-tere nicht; man bezeichnet nemlich nichts als das Wesen der Gat-tung ausdrückend, was nicht zur Gattung selbst gehört, wie z. B.der Weiße Mensch nicht seinem Wesen nach Farbe ist. Undebenso ist es auch sonst.
Ferner das, was um seiner selbst willen wünschenswerth ist,ist vorzüglicher als das, was um eines Andern willen wünschens-werth ist, z. B. die Gesundheit im Vergleich mit körperlichenHebungen; die erstere ist nemlich um ihrer selbst willen wün-schenswert!), die letzteren aber um eines andern willen. Fernerdas an sich selbst Wünschenswerthe ist vorzuziehen dem accidentellWünschenswerthen, z. B. das, daß die Freunde gerecht sind, istvorzüglicher als das, daß die Feinde es sind. Das erstere nem-lich ist an und sür sich wünschenswerth, das letztere aber in acci-denteller Weise; daß nemlich die Feinde gerecht seien, wünschenwir in accidenteller Weise, nemlich damit sie uns keinen Schadenzufügen. Dieser Punkt fällt zusammen mit dem eben genannten,unterscheidet sich aber davon hinsichtlich der Anwendung; daß nem-lich die Freunde gerecht seien, wünschen wir um seiner selbst wil-len, auch wenn wir keinen Vortheil sür uns dabei voraussehen,mögen sie auch in Indien sich befinden; daß aber die Feinde ge-recht seien, wünschen wir aus einem andern Grunde, nemlich da-mit sie uns keinen Schaden thun.
Ferner: das, was an sich etwas Gutes bewirkt, ist vorzüg-licher als das, was in accidenteller Weise Gutes bewirkt, wiez. P, die Tugend gegenüber dem Aufall; die Tugend nemlich