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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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andern'), und wenn das eine dem einen, so auch daS anderedem andern 2).

Eilftes Kapitel.

Von der Beifügung von Bestimmungen; relative und absolute Anssage.

Dieß sind die verschiedenen Gesichtspunkte, die sich aus demMehr und Weniger und ans dem ähnlichen Verhalten ergeben;ferner ist zu beachten die Beifügung. Wenn nemlich die Bei-fügung des einen zum andern das letztere gut oder weiß macht,während es vorher nicht weiß oder gut ist, so wird das Beige-fügte weiß oder gut sein, wie es auch das Ganze dazu macht.Ferner wenn alles, was zu dem Ausgesagten hinzugefügt wird,das letztere noch mehr zu dem macht, was es vorher war, so wirdauch das Beigefügte selbst von dieser Art sein. Und ebenso auchsonst. Dieser Gesichtspunkt trifft übrigens nicht in allen Fällenzu, sondern nur da, wo eine Steigerung in qualitativer Bezie-hung möglich ist. Auch läßt sich dieß nicht verwenden für'sWiderlegen. Denn wenn das Beigefügte das Andere nicht gutmacht, so ist noch nicht klar, ob es selbst nicht gut ist; das Gutenemlich, welches zum Schlechten hinzugefügt wird, macht nichtnothwendig das Ganze gut, und ebenso wenig das Weiße, wennes zum Schwarzen hinzugefügt wird.

Ferner wenn von etwas ein Mehr und Weniger ausgesagtwird, so ist es auch schlechthin; denn was nicht gut oder nichtweiß ist, ist auch nicht mehr oder weniger gut, resp. weiß; dasSchlechte nemlich ist nicht mehr oder weniger gut, als ein An-deres, sondern man kann nur sagen, es sei mehr oder wenigerschlecht. Auch dieser Gesichtspunkt läßt sich nicht zur Widerlegungverwenden, denn Vieles, wovon kein Mehr ausgesagt werden kann,

i) Reichthum macht ebenso glücklich wie Armuth unglücklich; Reichthum machtnicht glücklich, also auch Armuth nicht unglücklich.

>) Tugend macht ebenso glücklich wie Laster unglücklich; Laster macht un-glücklich, also macht Tugend glücklich.