Zweites Buch.
Erstes Kapitel.
Allgemeines über die Probleme.
Die Probleme sind theils allgemein, theils partikulär. All-gemein ist z. B. der Satz: Jedes Vergnügen ist gut, und: KeinVergnügen ist gut, partikulär ist der Satz: Einiges Vergnügen istgut, und: Einiges Vergnügen ist nicht gut. Beiden Gattungenvon Problemen gehören gemeinschaftlich an diejenigen, welche all-gemein widerlegen und welche allgemein behaupten; wenn wirnemlich beweisen, daß etwas allem zukommt, so haben wir damitauch bewiesen, daß es einigem zukommt. Und ebenso wenn wirbeweisen, daß etwas keinem zukommt, so haben wir damit anchbewiesen, daß es nicht allem zukommt. Zuerst nun müssen wirsprechen von den allgemein widerlegenden Sähen, erstens weildiese den allgemeinen und den partikulären Problemen gemeinsamangehören, sodann weil man die Sätze mehr so stellt, daß manetwas als zukommend behauptet, als so, daß man es als nichtzukommend behauptet, wobei denn der Disputirende widerlegenmuß. Sehr schwer ist es, eine Bezeichnung, welche von einemAccidens genommen ist, in der Weise zu vertauschen, daß mandamit das eigentliche Wesen bezeichnet; denn daß eine Bestimmungnur in einer gewissen Hinsicht und nicht allgemein gilt, ist nurbei dem Accideutelleu zuläßig. Geht man von der Definition,dem Eigcnthümlichen und der Gattung aus, so ist eine Umkeh-rung oder Vertauschung nothwendig möglich; z. B. wenn einemAristoteles' r-pik. s