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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

8. Wenn nun ferner in den Tragödien der Dichter dasWunderbare als dichterisches Element brauchen muß, sohat dagegen in der epischen Dichtung vielmehr das Undenk-bare die vorzugsweise Quelle des Wunderbaren seinenPlatz, weil man hier den Handelnden^ nicht mit Augensieht. Denn der ganze Vorgang bei He'ktors Verfolgungwürde auf der Bühne sich ohne Zweifel lächerlich ausnehmen:die griechischen Krieger stillstehend und keinen Teil an derVerfolgung nehmend, Achill ihnen mit dem Kopfe zurück-winkend. ^ Zn der epischen Darstellung dagegen bleibt diesunbemerkt.^ Das Wunderbare aber ergötzt.^ Beleg dafür:

Stimmungen analysiert, statt daß uns durch Handlung gezeigt würde,wie sie sind! Da hört man überall den Dichter als Psychologen, Philo-sophen, Moralisten, Politiker, der sich nur dürftig und fadenscheinig ineine Handlung verkleidet hat. Eine besonders gewöhnliche Fonn ist die,daß weit zu viel Gespräch eingeflochten wird! Es sprechenzwar die Romanpersonen, aber aus ihnen sichtbar der Poet, der seine Re-flexion an den Mann bringen will." Bischer (a. a. O. IV, S. 1209 fg.). Von derselben Kunst, mit der Homer in der Ilias wie in der Odysseedarauf ausgehe, seine Figuren in ihrem eigenen Charakter reden zu lassen,spricht Pla'ton in seinemStaat" (XIII, S. 393 ff). '

16. Das heißt: Den, der das Wunder that.

17. Die hier und Kap. XXV, K 5 angeführte Scene ist zu lesenbei Homer, Ilias, XXII, V. 136 fg. und V. 198 207. Die be-treffenden Verse lauten (V. 208207):

Aber die Völker winkte zurück mit dem Haupte Achill undLieß sie nicht werfen aus Hektar hin die bittern Geschosse,

Daß nicht raubte den Ruhm ihm ein Wurf und als zweiter er

käme.

18. Weil man es eben nur mit der Phantasie, nicht mit leiblichemAuge, wie bei der Bühnendarstellung, sieht.

19. Wörtlich wiederkehrend in derAristotelischenRhetoriklll, Kap. 2, §3.