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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

zu Hause so steht, daß von Freiern seine Habe verschwendet undseinem Sohne nach dem Leben getrachtet wird, bis er selbst endlichnach langen stürmischen Fahrten seine Heimat erreicht, sich einigenzu erkennen gibt, die Freier angreift und selbst gerettet wird,während er seine Feinde vernichtet. Dies ist der eigentlich

wesentliche Stoff der Fabel, alles andere sind Episoden.

Achtzehntes Kapitel.

1. Jede Tragödie zerfällt in zwei Teile, von denen der

eine die Schürzung, der andere die Lösung enthält. Was außer-halb der Handlung liegt, und bisweilen auch manches inner-halb derselben Liegende, bildet die Schürzung, das übrige die

Lösung. Ich nenne aber Schürzung die Partie vom Anfängean bis zu dem Teile, der die Grenze bildet, von welcher ab dieWandelung des Geschickes in Unglück oder Glück^ beginnt, Lö-sung dagegen die Partie vom Anfang dieser Glückswandlung

bis zum Ende. So bildet im Ly'nkeus des Theode'ktes die

sein Auge auf ihn gerichtet, um ihn an der Heimkehr zu hindern. Esist eine richtigeÜberwachung" im Sinne und mit dem Beigeschmack desdespotisch-polizeilichen Verfahrens.

1. Die Handschriften haben allein Glück", ei? was offen-

bar falsch ist und entweder aus äruxlav verschrieben oder ein Rest seinmag statt der Originallesart: ei? rj eüruxmv. Denn obschon

Aristoteles die glücklich auslaufenden Tragödien nicht billigt und jeden-falls tief unter die Tragödien mit unglücklichem Ausgange fetzt, so ist erdoch weit davon entfernt, die elfteren absolut zu negieren, zumal da diedramatische Litteratur seiner Zeit eine nicht geringe Anzahl von solchenTragödien aufzeigte und am Ende jede Tragödie, sie mag ausgehenwie sie will, ihre Schürzung und Lösung des Knotens haben muß.Über das hier von Aristoteles behandelte Gesetz der Konstruktion der Tra-gödie ist die treffliche Auseinandersetzung von Müller (Geschichte derTheorie der Kunst bei den Alten, II, S. 142) nachzulesen.