Fünfzehntes Kapitel.
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ihren tragischen Fabeln solche Wirkungen anzubringen. Siesind also gezwungen, sich in allen solchen obengenannten Häusernhäufig einzusinden", in denen Leidensschicksale der gedachten Artsich zugetragen haben.
Damit wäre denn über die Komposition der Thatsachen, undwie die tragischen Fabeln beschaffen sein müssen, genügend ge-sprochen.
Fünfzehntes Kapitel.
1. Was nun weiter die Charaktere betrifft, so sind esvier Punkte, auf die der Dichter sein Augenmerk richten muß.Der eine und wichtigste derselben ist, daß sie sittlich tüchtigesind? Die tragische Person wird sittlichen Charakter
18. Auch hier erlaubt sich der ernste Deuker einen leisen Scherz imAusdrucke zur Erklärung der Thatsache, die, wie eS scheint, schon zu sei-ner Zeit manchen Kunstrichtern auffällig geworden ist, daß nämlich dietragischen Dichter wieder und immer wieder dieselben Stoffe, dieselbenSchicksale und Erleidnisse (n«!I?j) derselben Familie und Häuser der Lab-daki'dcn, Atri'den u. s. f. in ihren Tragödien behandelten. „Sie müssensich wohl", sagt er, „in diesen Häusern, von denen ich oben gesprochenhabe (s. § 5), versammeln und gleichsam Rendezvous geben (denn diesbedeutet z. B. in Aristoteles'Politik VI, 2, 7), weil sie sonst
nirgends vorfinden, was sie suchen und brauchen."
l. Vgl. Kap. Il, § 4; Kap. XIII, §§ 1—4. Es ist immer nur vondem sittlichen Charakter des Helden, der Hauptperson oder den Haupt-personen der Tragödie, die Rede. Lessing (Hamburgische Dramaturgie,Stück 83, VII, S. 371 —373 Lachmann) hat diesen Punkt etwas kurzbehandelt und die ausführliche Erklärung, die er an einem anderen Ortegebenjwollte, nicht gegeben. August Wilhelm von Schlegel (DramatischeVorlesungen I, S. 105 ff. und 205) und Friedrich von Schlegel (WerkeTeil 5, S. 134 ff.) sind gleichfalls nicht im Kerne der Sache. DieserKern ist die Absicht, die Proai'resis, wörtlich: „der Vorsatz" (vgl.Biese, Philosophie des Aristoteles, II, S. 248ff.), der das Thun des Han-delnden bestimmt. Diebeste Erklärung gibt Aristoteles selbst in seiner