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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

sicht, ihm eine Freudenkunde zu bringen und ihn von seiner Furchtin bezug auf seine Mutter zu befreien, und bewirkt dadurch, daßer ihm offenbart, wer er sei, das Gegenteil. Und im Ly'nkeus^,wo der eine abgeführt wird, um zu sterben, und Da'naos, der

verwickelte nennt" (s. Kap. 10, Z 2), vgl. Bischer, IV, S. 1426:DerKönig Ödipus ist das reinste Bild derselben. Allein dieselbe kann nnrin der Poesie des klassischen Altertums auftreten, und zwar deswegen,weil nnr diese ein vorausgesetztes, neidisch auflauerndes Schicksal kennt,das sich nicht aus den Handlungen der Menschen entwickelt. Was denGriechen normal war, ist uns abnorm, daher ist eine moderne Schicksals-tragödie eine schlechte Tragödie."

3. ImKönig Ödipus" deS So'phokles. Wenn Aristoteles dieBezeichnungKönig" wegläßt, so thut er es, weil er darauf rechnen kann,daß jeder Grieche, der lesen konnte, ohnedies verstand, welche von Sophok-les' Leiden Ödipustragödien er meinte; und wenn er auch den NamenSophokles nicht ausdrücklich hinzusetzt, so lernen wir doch daraus, daß zuAristoteles' Zeit jeder Leser wußte, daß, wenn von einer TragödieÖdi-pus" ohne weiteren Zusatz gesprochen wurde, eben nur der Sophokleischengedacht werden konnte. Ebenso wie wir heute getrost denTasso" erwäh-nen können, ohne zu fürchten, daß jemand an ein anderes Drama alsdas Goethesche denken werde. Viele Dichter, selbst Ä'schylos, hatten einenÖdipus" gedichtet, aber ihreÖdipe" zählten nicht gegen die Sophokleischen.

4. Titel einer verlorenen Tragödie des von Aristoteles mehrfach er-wähnten (s. unten Kap. 18 und Rhetorik II, 23) tragischen DichtersTheode'ktes aus der Stadt Phase'lis in Ly'kien, deren Einwohner ihren: be-rühmten Mitbürger auf ihrem Marktplatze ein Standbild errichtet hatten,das Alexander bei seinem Aufenthalte daselbst feierlich bekränzte. Theo-dek.es war ein Persönlicher Freund des Aristoteles, starb jung nurv erzig Jahre alt in Athen 399 v. Ehr. und hatte doch bereits beidreizehn Kunstwettstreiten dramatischer Aufführungen nicht weniger alsacht Siege errungen. Von feinen fünfzig Tragödien sind uns nur nochzehn den Titeln und spärlichen Andeutungen nach bekannt, unter denenaußer dem Lynkeus, der das Schicksal des Gemahls der liebenden