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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Sechstes Kapitel.

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3. Ich nennekünstlerisch gewürzte Sprache" eine solche, welcheRhythmus, Harmonie und Gesang in sich schließt, und verstehe unterdergesonderten Anwendung für jede der bestimmten Darstellungs-weisen" dies, daß einige Partieen bloß metrisch gehalten sind, wäh-rend dagegen zur vollständigen Darstellung anderer Gesang er-forderlich ist.

4. Da es ferner Handelnde sind, welche in unmittelbar wirk-licher Gegenwärtigkeit o die nachahmende Darstellung vollziehen, sodürfte sich in gewisser Beziehung die dekorative Ausstattung (derScene und Personen) für das Auge (des Zuschauers) als erstesnotwendiges Erfordernis der Tragödie Herausstellen. Demnächst:die Gesangkomposition und der sprachliche Ausdruck; denn innerhalbdieser bewegt sich die Darstellung der Handelnden. Ich verstehe aberunter der Bezeichnungsprachlicher Ausdruck" die bloße metrischeKomposition, während ich unter Gesangkomposition das verstehe, wasseiner Bedeutung nach allgemein verständlich ist.

5. Da es nun eine Handlung ist, deren Nachahmung die Tra-gödie ist, zur Handlung aber bestimmte handelnde Personen ge-hören, welche notwendig von einer gewissen Beschaffenheit seinmüssen sowohl in bezug auf ihren Charakter als auf ihreintellektuelle Thätigkeit? denn dies sind die beiden Dinge,durch welche unser Urteil über die Beschaffenheit der Handlungenbestimmt wird, so liegt es in der Natur der Sache, daß es zweiGrundursachen der Handlungen gibt: Reflexion und Charakterb, und

6. in unmittelbar wirklicher Gegen wärtigkeit; diese Bestim-mung liegt in der Präsensform von nparrvvr-? und

7. Der Aristotelische Ausdruck (Tiavoi«), den wir durchintellektuelleThätigkeit", Knebel durchGedanken" übersetzt haben, ist am bestenerklärt von F. Bischer, Ästhetik, IV, S. 1382. ES ist dieDurchklä-rung des Stoffs mit dem Lichte des Bewußtseins, die Rechtfertigung desStrebens durch Gedankenausdruck, das Guomische". Vgl. auch Biese,Philosophie deS Aristoteles, I, 327; 626; II, 684.

8. Trieb und Vorstellung sind nach Aristoteles die beiden Grund-ursachen, daS Bewegende alles Handelns. Im Triebe offenbart sich die