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3 (1891) Poetik (3. Aufl.), Topik (Disputierkunst)
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Aristoteles, Poetik.

Sechstes Kapitel.

1. Über die sich in Hexa'metern bewegende nachahmende Dar-stellung ^ und über die Komödie werden wir später reden. Jetztwollen wir über die Tragödie sprechen, nachdem wir zuvor den Begriffihres Wesens, wie er sich aus dem Bishergesagten ergibt, gefaßthaben werden.

2. Es ist also^ Tragödie Nachahmung einer Handlungwürdig bedeutenden Inhalts und vollständig abgeschlossenen Ver-laufs, die einen bestimmten Umfang hat^, in künstlerisch gewürzterSprache, deren Würzen jede für sich in den verschiedenen Partieender Tragödie zur Anwendung kommen^, vorgeführt von gegen-wärtig handelnden Personen und nicht durch erzählenden Bericht,durch Mitleid und Furcht die Läuterung der Empfindungseindrückedieser Art abschließlich zu stände bringend. ^

1. Umschreibung fürEpische Poesie".

2. D. h.nach dem Bishcrgesagteu". S. § 1.

3.Nicht nur für die Tragödie fordert Aristoteles eine bestimmteGröße, sondern für alles Schöne. darf nicht zu klein sein, sonstmarkiert es sich nicht in der Anschauung; nicht zu groß, sonst ist keineÜbersicht möglich." Bischer, Ästhetik, I, S. 101; II, S. 74 fg.

4. Müller (II, S. 138) übersetzt:durch das Mittel einer Rede, diein jedem ihrer einzelnen Teile durch besondere Reize verschönt ist".Knebel:in einer veredelten Sprache, die jedoch für jeden besondcrnBestandteil in ihren Abschnitten eine andere ist". Der Sinn kann keinanderer sein als der, daß in der Tragödie die künstlerischen Verschönerungs-mittel der poetischen Darstellung: reines Versmaß, Tonkunst und Gesang,nicht alle zusammen oder überall, sondern gesondert und je in verschiedenenPartieen der Tragödie zur Anwendung kommen. Vgl. BernaysS. 146.

5. Über die Katha'rsis als Wirkung der Tragödie s. die Einleitung.