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Aristoteles, Poetik.
genstand selbst zuvor noch nie gesehen hat, wird die Abbildung nichtals nachahmende o sein Vergnügen erregen, sondern durch ihre tech-nische Behandlung oder durch ihr Kolorit oder aus sonst einem ähn-lichen Grunde.
6. Da nun das Nachahmen ebenso in unserer Natur liegt, wiedie Harmonie und der Rhythmus (denn daß die Versmaße nur einzelneArten der Rhythmen sind, ist ohne weiteres einleuchtend), so warenes von Anfang her die dafür durch die Natur Befähigten, welche inallmählicher Entwickelung dieser Momente die Poesie aus denAnfängen der Improvisationen ins Leben riefen.
7. Es schied sich aber die Poesie nach den spezifisch eigentümlichenCharakteren der Dichtenden in entsprechende Verschiedenheiten. Dieernsteren Charaktere ahmten edle Handlungen und Handlungen ebensolcher Menschen nach, die Leichtfertigeren dagegen die der Schlechten,indem sie zuerst Spottgedichte machten, wie jene anderen Hymnenund Lobgedichte.
8. Von den Dichtern vor Homer nun haben wir kein solchesGedicht namhaft zu machen, wiewohl es wahrscheinlich ist, daß essolcher Art Dichter viele gab. Wenn wir aber mit Homer den Anfangmachen, so können wir es. Da ist gleich sein Margi'tes? und ähn-
6. Ich lese mit Gottfried Hermann: oü), für den
leicht erklärlichen Schreibfehler der Handschriften:
7. Der „Margites", in welchem Aristoteles (vgl. auch NikomachischeEthik VI, 7) die Anfänge der Komödie fand, war ein Gedicht parodischenInhalts. Dem vielgewandten, erfindungsreichen Ody'sseus war in dem-selben ein tölpelhafter Rüpel als Held substituiert, ein richtiger Taugenichts(vgl. Nikomachische Ethik VI, 7), wie schon das Wort bedeutet. DieserMargites war ein Volksbuch in dem Sinne unseres Eulenspiegel, mit demindessen dieFigur selbst, welcheKollektivbegriff aller Albernheiten und Dumm-heiten war, keine nähereVerwandtschaft hatte. Aristoteles schreibt hier und ananderenStellen dasGedicht ohne weiteres demHomer zu, doch gehört es schwerlich