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Aristoteles, Poetik.
4. So viel also von den Verschiedenheiten der Nachahmung,wie viele und welche es giebt.
Viertes Kapitel.
1. Meiner Ansicht nach haben im allgemeinen zwei Ursachendie Poesie erzeugt, und zwar Ursachen, welche in der Natur des Men-schen begründet sind.i
2. Denn einmal ist das Nachahmen den Menschen vonKindheit an natürliche eigen, und sie unterscheiden sich von
war (geb. 537 v. Chr.), obschon er früh mit seinem Vater nach demsizilischen Me'gara auswanderte; und ebenso wenig würde der wahreAristoteles sich erlaubt haben, den hochberühmten Dichter mit den Wor-ten „Epicharmos, der Dichter" anzuführen, was ziemlich ebenso klingt,als wenn ein Gelehrter von: Fach heutzutage in einer litteraturgeschicht-lichen Anmerkung bei Erwähnung Schillers diesen Zusatz machen wollte.—Chionides und Magnes gehörten zu den ältesten attischen Komödien-dichtern, und von dem elfteren bezeugt eine sichere Nachricht bei Sui'das,daß er sogar zwei Zahre früher als Epicharmos aufgetreten sei (vgl.Ritter S. 97 st; Duncker, Geschichte des Altertums, IV, 497). Die„Komöden" sind die Schauspieler und Darsteller der Komödie, die inältester Zeit auch wohl zugleich die Dichter derselben waren.
1. Bgl. Müller, Geschichte der Theorie der Kunst bei den Alten, II,S. 3-5.
2. Goethe: „Die Nachahmungsgabe des Menschen ist allgemein,er will nachahmen, nachbilden was er sieht, auch ohne die mindestenäußeren Mittel zum Zwecke" (Wahlverwandtschaften; Werke XX, S. 190der Ausgabe von 1829). Ebenso übereinstimmend mit Aristoteles sagtGoethe (Italienische Reise XXXVIII, S. 100) von derKunstfreude desgroßen Haufens: „Sie besteht nur darin, daß die Masse das Abbild mitdem Urbilds vergleichbar findet."