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Aristoteles, Poetik.
Drittes Kapitel.
1. Zu den bisherigen gesellt sich ferner noch ein dritter Unter-schied, welcher darin liegt, wie einer in allen diesen Fällen nachah-mend darstellt. Denn man kann mit denselben Mitteln und kanndieselben Vorwürfe nachahmen, einmal, indem man bald in eigener,bald in anderer Person erzählt, wie Homer thut, oder zweitens, indemder Nachahmende derselbe bleibt und seine Person nicht verändert,oder endlich so, daß die Nachahmenden als wirklich handelnde undthätige sich verhalten. *
2. Innerhalb dieser drei Verschiedenheiten also bewegt sich dieNachahmung, wie wir zu Anfänge gesagt haben, nämlich in derVerschiedenheit der Mittel, der Gegenstände und der Art und Weise.Daher kann man sagen, daß in der einen Beziehung So'phokles alsNachahmer mit Homer innerhalb derselben Kategorie steht, — dennbeide stellen bedeutende Menschen dar — in der anderen dagegen mitAristo'phanes — denn sie stellen beide ihre Personen als handelnde,und zwar als dramatisch handelnde, hin.
1. Offenbar scheidet hier Aristoteles durch die Betrachtung des Wieder Nachahmung Epos, Lp'rik und Drama. In Betreff des letzteren nimmter, wie der Ausdruck „die Nachahmenden" deutlich zeigt, Rücksicht auf dieletzte Verlebendigung des Dramas durch die Aufführung und die Schau-spieler. Überhaupt aber macht Aristoteles diesen seinen dritten Eintei-lungsgrund, das Wie der Nachahmung, hier nur für die Poesie gel-tend, „obwohl in anderen Stellen sich Andeutungen finden, die eine allge-meinere Geltung desselben zu bezeugen scheinen. Es steht nämlich offen-bar dieser Einteilungsgrund in Verbindung mit dem in der Poetik (VIII,5) und in den Problemen (XIX, 17) angedeuteten, wo ein Unterschiedunter den nachahmendcn Künsten in der Hinsicht gemacht wird, inwie-fern ihre Werke Nachahmungen von Gemütsbewegungen im eigentlichen,und nur in einem uneigentlichen Sinne heißen könnten." Müller,Geschichte der Theorie der Kunst rc., II, S. 5 fg.