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Aristoteles, Poetik.
ausführlicher behandelt, daß er eine übersichtliche Entwickelungdieses Begriffs, inwiefern er überhaupt Lei aller Kunst inAnwendung komme, gegeben haben mag. Aber es ist unnütz,sich darüber den Kopf zu zerbrechen, da der Verlust dieses Ka-pitels, wenn dasselbe existierte, ein unwiederbringlicher und da— was die Hauptsache ist — die Poetik des Philosophen auchin ihrer jetzigen lückenhaften Gestalt noch ausreichende Mittelall die Hand gibt, um die in der Definition der Tragödieausgesprochene Wirkung der Tragödie genügend zu erklären.Daß Aristoteles aber in seiner Poetik die Ausführung dessen,„was er unter Katharsis verstehe", auf die Poetik verspürte,hatte seinen guten Grund. Denn eben in der Poesie, undzwar in der Tragödie, welche in der Darstellung des Mitleids-würdigen und Furchtbaren (der sXe-iv-L und sich nichtwie die Musik des unbestimmten Tolles, sondern des deut-lichen Wortes bedient und so nicht bloß zum Herzen undGemüt, sondern auch zum Verstände und Geiste spricht, mußtedie kathartische, d. h. die versittlichende Wirkung, die Aristotelesschon der Musik zuschreibt, in ihrer höchsten Potenz^ undin voller Klarheit zur Erscheinung kommen, weil hier diebewußte Einsicht an die Stelle des Gefühls, das begreifendeVerständnis der Abbilder des Geistigen all die Stelle derbloßen Gewöhnung an das Sittliche und Harmonische tritt.Die Tragödie, die den Menschen, den Zuhörer, dem allge-meinen Menschengeschicke gegenüberstellt, wie es sich in derverhängnisvollen Verkettung voll der Schuld und ihren Folgen,von Fehl und Srafe geltend macht, die Tragödie, die esniit den sittlichen Mächten des Lebens zu thun hat, sie kann16. Bergt. Speng et, a. a. O., S. 26.