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Aristoteles, Poetik.
Gute und Böse richtig zu unterscheiden; er soll sich gewöhnen,an sittlich guten Gesinnnngsarten Hüemv) und an
ihren entsprechenden sittlich schönen Handlungen seine Freudezu haben, weil er sie dann, da die Tugend nicht im Wissen,sondern im Handeln besteht, auch selbst im Leben ausübenwird. Denn die Gewohnheit, im ideellen Gebiete der Knustnur an dem Ausdrucke des Guten, Edlen und Schönen seineFreude zu haben, ist die unmittelbare Vorstufe zu eitlemähnlichen Verhalten in der Wirklichkeit.
Dies ist die klare und einfache Ansicht des Aristoteles vonder musikalischen Katharsis, d. h. von der versittlichenden Kraftund Wirkung, welche der richtig angewandten Musik inne-wohnt.^ Die durch die Musik bewirkte Katharsis führt die Seele„zu jener wirklich harmonischen, gleichmäßigen Stimmung, wiesie Aristoteles als Grundlage aller Moralität fordert" das istder Kern der Aristotelischen Lehre von der kathartischen Wir-kung der Musik, und so hat diese Lehre, wie Spengel ausPluta'rch ^ nachgewiesen hat, auch das Altertum verstanden.
III.
Die tragische Katharsis ist eine sittliche.
Die Lehre von der tragischen Katharsis, d. h. von derin der Tragödie durch deren zwei Hanpthebel Mitleid und
13. Ausführlicher behcmdelt ist dieser Gegenstand in dem Kapitel„Aristoteles über die Musik als Bildungs- und Erziehungsmittel" inmeiner Schrift: Aristoteles und die Wirkung der Tragödie, S. 5—12.
14. Spengel S. 25.
15. Plutarch, Gastmahl der sieben Weisen, Kap. 13, S. 29 derAusgabe von Hutten; Von der Musik, Kap. 42, S. 247.