Druckschrift 
1 (1844) Unter-Aegypten
Entstehung
Seite
48
Einzelbild herunterladen
 

48

sich verschaffen kann, auch die Leute selbst dort in derRegel von gleicher Kost leben müssen, wie in Irlandvon Kartoffeln und Whiskey. Endlich hörte ich nochnie, daß ein Fellah verhungert sey, was zurSchande der Menschheit bei den irländischen Bauernnotorisch schon öfters vorgekommen ist, und vielleichtheute noch möglich seyn mag.

Die Fellah's sind ferner höchst elend gekleidet,aber auch hier ist der Vergleich zu ihrem Vortheil,denn erstens bedürfen sie bei dem milden Klima fastgar keiner Kleidung; zweitens habe ich bis fetzt nochnicht gesehen, daß die hiesigen Weiber, gleich denirländischen Frauen und Mädchen der gemeinenKlassen, nicht einmal Lumpen genug besaßen, umihre Blöße so weit zu bedecken, als es die Schaam-Hastigkeit gebietet. Im Gegenthcil erblickt man dieWeiber der Fellah's, wenn auch oft in zerrissenenGewändern, doch immer wie die übrigen Morgcnlän-derinnen bis an den Mund verhüllt, wozu sie mei-stens 5 6 Goldstücke, in einer Reihe vorn vom Ant-litz bis auf die Brust herab aufgcnäht, tragen, wasebenfalls mit der bodenlosen Armuth nicht recht überein-stimmen will, von der unsre philanthropischen Reisenden