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Dingen oder zu dem, was wird oder was vergeht ? Kann ja dochweder die Bewegung noch irgend eine Veränderung aus der Idee ab-geleitet werden. Ebenso wenig wird das Wissen von den Einzeln-dingen durch die Ideen irgendwie gefördert, denn die Ideen sind nichtdie Substanz der Einzelndinge, sonst müßten sie in denselben sein, —noch auch das Sein, wenn ja doch die Ideen nicht in demjenigen sind,was an ihnen Theil hat; nur so etwa könnte man die Ideen zu Nr-jachen der Dinge machen, wie die weiße Farbe einen Körper weißmacht, dem sie beigemischt ist. Doch eine solche Theorie, die zuerstAnaxagoras und später Eudoxus in der Verlegenheit und noch Andereaufgestellt haben, ist gar zu leicht umzustoßen: es wäre leicht, vielesUnmögliche bei dieser Ansicht nachzuwcisen. Indessen ist es auch nichtmöglich, ans irgend einem Mäßigen Weg nachznweisen, daß die Ein-zelndinge aus den Ideen hervorgehen. Wenn man aber sagt, dieIdeen seien Urbilder und die Einzelndinge haben Theil an ihnen, soist das ein leeres Gerede und nichts als poetische Phrase. Denn wasist denn dasjenige, was schaffend wirkt im Hinblick aus die Ideen?Dazu ist es wohl denkbar, daß etwas einem Andern ähnlich ist oderwird, auch ohne daß es ihm nachgebildet wird, daher denn auch, magSokrates wirklich existiren oder nicht, etwas gerade so sein könnte, wieSokrates. Ebenso ist klar, daß dasselbe stattsände, auch wenn Sokra-tcs als Idee gedacht würde. Und dann müßte es auch mehrere Ur-bilder von demselben Ding geben, also auch mehrere Ideen, z. B. voneinem Menschen die Idee des lebendigen Wesens und des Zweifüßigen,und zugleich die Idee des Menschen. Zudem wären die Ideen nichtblos Urbilder des Sinnlichen, sondern auch der Ideen selbst, also z. B.die Gattung gegenüber den Arten, woraus dann folgen würde, daßebendasselbe Urbild und Abbild wäre. Ferner ist es doch nicht denk-bar, daß die Substanz gesondert existirt von dem Ding, dessen Sub-stanz sie ist; wie könnten also die Ideen, als Substanzen der Dinge,von diesen gesondert existiren? Im Phädon heißt es, die Ideen seien dieUrsachen sowohl für das Sein, als für das Werden. Nun aber, wennauch die Ideen sind, so werden doch die Dinge nicht, wofern nicht etwasda ist, was die Bewegung gibt, und vieles Andere wird, z. B. einHaus oder ein Ring, wovon man keine Ideen annimmt. Daraus siehtman denn, daß auch die Dinge, für welche man Ideen annimmt, sein