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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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ersten Vertreter gegeben haben. Die Jdeenlehre hatte ihren Ursprungdarin, daß man die Lehren des Heraklit als wahr annahm und seinemSatz: alles Sinnliche sei in stetem Fluß begriffen, beipflichtete; hie-von war das Resultat die Annahme: wenn es überhaupt noch Wissenund Erkenntnis; geben solle, so müsse es andere beharrende Wesen gebenneben den sinnlichen, sosern es ja von den im Fluß begriffenen keineWissenschaft geben könne. Der Erste, welcher mit den sittlichen Tugen-den sich beschäftigte und über dieselben allgemeine Begriffsbestimmun-gen zu geben suchte, war Sokrates; denn was die Naturphilosophenbetrifft, so hat sich nur Demokrit und zwar in dürftiger Weise darauseingelassen, er gab Definitionen vom Warmen und Kalten; und nochvor ihm gaben die Pythagoreer Bestimmungen über einiges Wenige,dessen Begriff sie dann mit den Zahlen in Verbindung brachten, wiez. B. was Gelegenheit sei oder das Gerechte oder was die Ehe,dagegen Sokrates stellte mit logischer Methode Untersuchungen an überdas Was. Es war ihm nemlich um Schlüsse zu thun, den Ausgangs-punkt des Schließeus aber bildet das Was, der Begriff. Die dialektischeGewandtheit war nemlich damals noch nicht vorhanden, so daß manim Stand gewesen wäre, auch abgesehen vom Was das Entgegen-gesetzte zu untersuchen und die Frage zu erwägen, ob das Entgegen-gesetzte Gegenstand einer und derselben Wissenschaft sei. So sind eszwei Punkte, welche man ohne Streit dem Sokrates verdankt: die in-duktorischc Methode und die allgemeinen Begriffsbestimmungen, diesebeiden nemlich beziehen sich auf das Princip des Wissens. Allein So-krates machte das allgemeine nicht zu einem getrennt Existirenden, so we-nig als die Begriffsbestimmungen; dies; geschah erst nach ihm, wobeidenn das in dieser Art Seiende den NamenIdee" erhielt. Sokam es, daß sie nach der Consequenz des Systems fast für Alles allge-meine Ideen annahmen, ein Verfahren dem ähnlich, wie wenn manglaubte, zum Zählen nicht auszureichcn mit einer geringen Zahl von lGegenständen, sondern diese erst vervielfachen wollte, um zählen zu !können; denn es sind der Ideen eigentlich noch mehr, als der sinnlichenEinzelndinge, deren Ursachen sie aussuchten und von welchen aus siezu den Ideen sortschritten; denn jedem Einzelndiug entspricht eine

i) Bon hier an folgt eine meist wörtliche Wiederholung von I, S. !