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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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Zweites Kapitel.

Vom Wesen des Mathematischen.

Daß mm das Mathematische im Sinnlichen uninöglich sein kannnnd daß die Behauptung, es sei darin enthalten, ganz salsch ist, istschon früher bei Entwicklung der Aporieen ') gesagt worden, weilncmlich zwei Körper unmöglich am gleichen Ort sein können, überdießwäre es nur die Conseqnenz dieser Behauptung, zu sagen, daß auchdie anderen Potenzen") nnd Wesen im Sinnlichen seien und daß keinesvon diesen für sich getrennt existire. Dieß ist nun schon früher dar-gelegt worden. Allein es kommt noch ein weiterer Grund hinzu. Es istncmlich klar, daß bei jener Annahme die Theilung eines Körpers un-möglich würde. Denn ein Körper muß getheilt werden nach Flächen,die Fläche nach Linien, die Linie nach Punkten; wenn also die Thei-lung des Punkts unmöglich ist, so ist es auch die Theilung der Anieund dann auch die Theilung von Fläche und Körper. Es macht hierkeinen Unterschied, ob man sagt, die sinnlichen Körper u. s. w. seienvon dieser Art ^), oder sie selbst zwar nicht, aber es seien in ihnenWesen von solcher Art enthalten. Das Resultat wäre ganz dasselbe;denn wenn die sinnlichen Wesen getheilt werden, so werden auch diein ihnen enthaltenen getheilt, oder wenn letzteres nicht, so auch nichtdie sinnlichen. Andererseits ist es aber auch nicht möglich, daßsolche Wesen, wie die mathematischen, für sich getrennt existiren. Dennwenn es Körper neben den sinnlichen geben soll, die von den sinnlichengetrennt, anders und früher als die sinnlichen wären, so ist klar, daßes auch neben den Flächen andere Flächen geben müßte, welche ge-trennt für sich wären, und ebenso auch Linien und Punkte; denn dießwäre nur die Consequenz des ersten Satzes. Nimmt man aber dießan, so muß es wieder neben de» Flächen, Linien und Punkten desmathematischen Körpers andere, für sich existirende Flächen, Linienund Punkte geben. Denn früher, als das Zusammengesetzte, ist das

') ui. 2.

2) Die Ideen.

6) Nemlich untheilbar.

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