Zehntes Buch.
Erstes Kapitel.
Bestimmungen über das Eins; das Eins als Maß.
Daß das Eins viele Bedeutungen hat, ist schon früher') bei denUntersuchungen über die Zahl derselben angegeben worden; so vielfachaber auch diese Bedeutungen sind, so lassen sie sich doch insgesammtauf vier Hauptbedeutungen znrücksühren, sofern man nemlich dieeigentliche, wesentliche, nicht die zufällige Bedeutung des Eins insAuge saßt. Eins ist erstlich das in sich Zusammenhängende, über-'Haupt, oder — und ganz besonders — das von Natur, nicht durchBerührung oder ein äußeres Band Zusammenhängende; und hiebeiist wieder mehr und früher Eins dasjenige, dessen Bewegung eineweniger trennbare und einfachere ist. Ferner ist Eins — und zwarin noch höherem Grad — das Ganze, was eine gewisse Gestalt undForm hat, zumal wenn es dieselbe hat von Natur und nicht durch Ge-walt (wie z. B. das letztere der Fall ist, wo durch Leim, durch Klam-mer oder Band ein Ganzes hergesteüt wird), wenn cs vielmehr in sichfestst die Ursache seiner geschlossenen Einheit enthält. Von solcher Artober ist es, wenn die Bewegung eine untheilbare ist nach Raum undZeit, woraus klar hervorgeht, daß im eigentlichsten Sinn eine einheit.liche Größe dasjenige ist, was von Natur das erste Priucip der eistenBewegung in sich hat, nemlich unter den Bewegungen die Kreisbewe-gung. So haben wir zunächst zwei Arten von Einheit: das Zusam«
') s. v. s.
Aristoteles' Metaphysik.
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