in einem Andern, sondern in demjenigen selbst, in den, sie ist. DerPotenz also in diesem weiteren Umfang geht die Aktualität voran so-wohl dem Begriff, als dem wirklichen Sein nach; der Zeit nach eben-falls in einem gewissen Sinn, in anderem Sinn aber nicht. Daß demBegriff nach die Aktualität früher ist, ist klar; denn was überhauptpotenziell ist, ist es dadurch, daß es aktuell sein kann; z.B. bau-kundig nenne ich den, welcher bauen kann, sehfühig den, welcher sehenkann, sichtbar das, was gesehen werden kann. Ebenso verhält es sichmit den übrigen Dingen, es muß also nothwendig das Aktuelle demBegriff und der Erkenntniß nach dem Potenziellen vorangehen. DerZeit nach ist das Aktuelle früher aus diesem Grund: dasjenige, wasder Art nach dasselbe wirkt, ist srnher. (Die Zahl braucht dabei nichtdieselbe zu sein.) Ich verstehe dieß so: früher, als dieser bestimmteMensch, welcher jetzt aktuell ist, und früher, als dieses Brot und die-ser Sehende ist der Zeit nach die Materie und der Samen und dasSehorgan, was potenziell Mensch und Brot und sehend ist, aktuell abernoch nicht. Aber früher der Zeit nach, als dieses Potenzielle, ist wie-der anderes Aktuelle, aus welchem jenes geworden ist; denn was auseinem Potenziellen aktuell wird, wird immer durch ein Aktuelles, z.B.der Mensch aus dem Menschen, der Gebildete durch einen Gebildeten,wobei immer ein Erstes das Bewegende ist, dieses Bewegende ist aberbereits aktuell. Es ist aber in den Bemerkungen über die Substanzgesagt worden '), daß alles Werdende wird aus etwas, und etwas,und durch etwas und daß das letztere der Art nach dasselbe ist, wiedas Werdende. Darum scheint es auch unmöglich zu sein, daß Einerbankundig ist, welcher noch nie gebaut hat, oder daß Einer ein Cither-spieler ist, welcher noch nie Cither gespielt hat; denn wer Citherspielenlernt, lernt es dadurch, daß er Cither spielt u. s. f. Daher die sophi-stische Behauptung, es müsse also Einer dasjenige, welches den Gegen-stand einer Wissenschaft bildet, ausübcn und wirken, ohne die Wissen-schaft zu besitzen: denn der Lernende besitzt sie noch nicht, — alleines muß doch wohl auch der Lernende von der Wissenschaft etwas be-sitzen, deßhalb, weil von dem Werdenden immer schon etwas gewordenist und weil von dem, was überhaupt bewegt wird, immer schon etwas
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