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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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Sechstes Buch.

Erstes Kapitel.

Berhältniß der Metaphysik zu den andern Wissenschaften. Gliederungund Eintheilung der Wissenschaften.

Unsere Wissenschaft hat es zu thun mit der Aufführung derPrincipien und Ursachen des Seienden, und zwar offenbar des Seien-den als solchen. Eine Ursache gibt es ja für Gesundheit und Wohl-befinden, es gibt Principien, Elemente und Ursachen des Mathemati-schen, und so hat es überhaupt jede denkende ') Wissenschaft, jede, beiwelcher das Denken in irgend einem Grad mitwirkt, mit Ursachen undPrincipien zu thun, mögen nun diese mit mehr Genauigkeit oder mehrim allgemeinen erfaßt werden. Allein alle die bekannten Wissenschaf-ten ziehen sich ihre Grenzen enger: sie haben irgend ein einzelnes Seien-des, ein einzelnes Gebiet, mit welchem sie sich beschäftigen, sie habennicht das Seiende einfach als solches zu ihrem Gegenstand und reflec-tiren nicht auf das Wesen; vielmehr von ihrem Gegenstand aus-gehend machen sie sich denselben theils durch sinnliche Wahrnehmungklar 2), theils setzen sie den Begriff desselben ohne weiteres voraus ^),und ans diesem Weg bestimmen sie, was dem betreffenden Gebiet anund für sich zugehört, bald in mehr zwingender, bald in mehr laxerWeise. Es ist hieraus klar, daß von einem solchen induktorischen Ver-fahren §) keine strenge Nachweisung des Wesens oder des Begriffs er-

1) Welche nicht auf die rein mechanische Empirie sich stützt.

*) Die empirischen Wissenschaften.

H Wie z. B. die Mathematik.

Reep, von bloßen Voraussetzungen aus.