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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
Entstehung
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sich damit wie z. B. mit dem Ausdruckgesund"; gesund ist nemlichdas, was zur Gesundheit in Beziehung steht, sofern es dieselbe erhältoder sofern es sie hervorbringt oder sosern es ein Zeichen der Gesund-heit ist oder sofern es für dieselbe empfänglich ist. Ebenso ist es mitder Beziehung des Medicinischen zur Meinem: man nennt etwas me-dicinisch, weil es die Meinem in sich enthält, ein anderes, sofern esseiner Natur nach für die Meinem geeignet ist, ein drittes, sofern es einWerk der Meinem ist. Und Beispiele ähnlicher Art werden wir sonstnoch finden können. So hat denn auch das Seiende eine Menge Be-deutungen , aber alle beziehen sich auf Ein Princip; man nennt daseine seiend, weil es ein selbständig existirendes Wesen ist, anderes,weil es Erscheinungsform eines solchen Wesens ist, oder weil es derWeg ist zu demselben oder das Vergehen oder Beraubung oder Qua-lität oder erzeugende Ursache, sei es des Wesens selbst oder des damitin Verbindung stehenden, oder weil es Negation einer solchen Verbin-dung oder des Wesens selber ist; weßhalb wir denn auch sagen, dasNichtseiendesei" ein Nichtseiendes. Wie es nun für alles GesundeEine Wissenschaft gibt, so ist dies; gleicherweise auch aus anderen Ge-bieten der Fall. Denn nicht nur die Betrachtung dessen, was aneinem und demselben Gegenstand ist, ist Sache einer und derselbenWissenschaft, sondern auch die Untersuchung des dazu in BeziehungStehenden; denn auch dieß läßt sich in gewissem Sinn als an demGegenstand seiend bezeichnen. Daraus geht hervor, daß auch die Be-trachtung des Seienden als solchen Sache Einer Wissenschaft ist.Ueberall aber richtet sich die Wissenschaft, in ihrer eigentlichen Bedeu-tung gefaßt, auf das Erste, von welchem das Uebrige abhängt undvon welchem dieses seine Benennung hat. Ist nun dieß die Substanz,so würde daraus folgen, daß der Philosoph die Principien und Ur.sachen der Substanz zu seinem Gegenstand machen muß. Es gibt aberfür jede Gattung, welche eine Einheit bildet, Eine Sinneswahrneh-mung und Eine Wissenschaft, wie z. B. die Grammatik Eine Wissen-schaft ist, deren Sache die Betrachtung aller Laute ist. Darum gehörtauch die Betrachtung aller Gattungen des Seienden zusammengenom-men Einer Wissenschaft im allgemeinen an; die einzelnen Arten abersind dann Sache der einzelnen Arten, beziehungsweise Unterabtheilun-gen dieser allgemeinen Wissenschaft.

Aristoteles' Metaphysik.

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