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6 (1891) Große Ethik [u.a.] Metaphysik
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diese Principieii überhaupt eine Wissenschaft gibt? Denn was einjedes von denselben zu bedeuten hat, das wissen wir ja auch so schon;wenigstens bedient man sich dieser Principien, als seien sie bekannt,auch in andern Wissenschaften. Soll es in Betreff derselben eine be-weisende Wissenschaft geben, so braucht man dazu dreierlei: ein allge-meines, was das Substrat bildet, ein zu beweisendes und die Axiomedazu. (Denn Axiome, die nicht weiter zu beweisen sind, braucht manüberall.) Der Beweis muß ja nothwendig haben: 1) etwas, worausbewiesen wird, 2) etwas, worauf der Beweis sich bezieht, 3) etwas,was bewiesen wird. Daraus würde sich aber ergeben, daß alles, wasbewiesen wird, der Art nach dasselbe wäre, sofern alle beweisendenWissenschaften ^der Axiome sich bedienen ')- Ist nun aber dieWissenschaft der beweisenden Principien von der Wissenschaft des We-sens, der realen Principien, verschieden, welche von beiden ist dannrichtiger und früher? Sind doch die Axiome das allgemeinste unddie Principien von allem. Sollen sie aber nicht Sache des Philosophensein, wem sonst wird es dann zukommen, das Wahre und Falsche anihnen zu untersuchen?

Aporie 3. Gehören alle Arten des Seienden einer und der-selben Wissenschaft an oder mehreren? (Vgl. VI, 1.)

Ueberhaupt ist die Frage: gibt es für alle Wesen eine einzigeWissenschaft oder mehrere? Gibt es nicht blos eine einzige, so fragtsich: welche Wesen fallen unter unsere Wissenschaft, die Metaphysik?daß es aber Eine für alle gebe, ist nicht wohl denkbar; denn es mübtedann eine einzige beweisende Wissenschaft geben in Betreff aller nähe-ren Bestimmtheiten der Wesen, wenn doch jede beweisende Wissenschaftin Beziehung aus irgeud ein Substrat die diesem Substrat wesentlich

stand entweder aller Wissenschaften sein oder gar keiner. Besonderer Gegenstandaller Wissenschaften find sie nicht, weil sonst gar kein Unterschied zwischen denWissenschaften wäre. Also sind sie besonderer Gegenstand von keiner, also derMetaphysik so wenig als der Geometrie; worans denn folgt, daß eS eigentlich garkeine Wissenschaft von ihnen geben kann.

>> Nemlich; die Axiome sind zunächst bezogen aus ein bestimmtes Substrat,nun werden aber die Axiome bei allen Wissenschaften gebraucht, also hätten alleWissenschaften dasselbe Substrat, wären somit identisch.